Dieses Meer von Schlaf im tiefen Grunde aller menschlichen Natur hat nachts die Flutzeit; jeder Schlummer besagt nur, daß es einen Strand bespült, von dem es sich bei wacher Zeit zurückzieht. Was zurückbleibt: die Träume, sind - wie wunderbar geformt - doch nur das Tote aus dem Schoße dieser Tiefen. Das Lebendige bleibt in ihm und auf ihm geborgen: das Schiff des wachen Lebens und die Fische als stumme Beute in den Netzen der Künstler.

Walter Benjamin: Träume, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008, S.71

(Kaum habe ich weite Teile der outside the box #3 (Thema “Gebären”) durch und "Esther Leslie’s Dreams  31-x-2003" gehört, träumte ich in der vergangenen Nacht von der materiellen Folgen einer Geburt. Ich als Geburt Gebende. Überraschenderweise waren meine bisher während der Tagesfreizeit bewusst gewälzten Gedanken über den Prozess bis und der Geburt herself kein Thema. Vielmehr gängelte mich die Überforderung “kindgerechtes” Zeug zu kaufen, dass notwendig ist um das Überleben von frisch Geborenen zu sichern. Zum Beispiel auf’s Amt zu gehen, um Geld für eine Erstausstattung zu beantragen oder im tegut-Supermarkt nach Kinderbetten oder Umdenkörperschnall-Taschen zu suchen. Logisch, das sind Handlungen, die passieren ja auch immer erst nach einer Geburt… Ärgerlich, dass ich immer so viel vergesse (…).)

(Source: ilostmyheartatsea, via abendgesellschaft)

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"Esther Leslie’s Dreams  31-x-2003": hour-long show for Resonance FM about dreams, with records by Bill Doggett, String Trio of New York with Billy Bang, Mandy Rice-Davies, Louis Prima, John Littlejohn, Lord Tanamo and Steve Lacy - and Ben Watson playing the part of Walter Benjamin

(archive.org)

mehr von Esther Leslie & Ben Watson findet sich auf www.militantesthetix.co.uk

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Ich bin an jenem Punkte angekommen, wo ich all mein Vertrauen auf den guten brechtschen Grundsatz setzen muß: Überwindung eines Übels durch Häufung desselben.
Walter Benjamin: Brief an Gretel Karplus vom 19./20.4.1933, in: Christoph Gödde und Henri Lonitz (Hg.): Gretel Adorno - Walter Benjamin Briefwechsel 1930-1940, Frankfurt am Main 2005, S. 23. (via diesebastionbehrisch)
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Sehr gerne nehme ich mir Zeit, die ich eigentlich nicht “habe” und “verschwende” sie anschließend. Z.B. mit Lesezeichen ausmisten. Ergebnis siehen unten; zuvor: Bemerkenswertes aktuelleren Datums.

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Heute also der erste Tag vom letzten großen Abschnitt in dieser Stadt, planmäßig und ganz offiziell (trotz fehlender Unterschrift meinerseits).

Die Links:

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  • Noch heute abend, 22Uhr, Radio Lotte (livestream und/oder Mitschnitt später, hoffentlich), Wutpilger Streifzüge #8: In dieser Sendung werden, ausgehend von Walter Benjamins Baudelaire-Buch, die Figuren des Dandys und des Flaneurs als Sozialfiguren der frühen Großstädte vorgestellt werden – mit Ausschweifungen zu analogen Überlegungen von Georg Simmel, Sartre, Magnus Klaue u.a.
  • Eine auf freien-radios.net archivierte Sendung des FSK thematisiert die Problematik zwischen Antirassismus, Antizionismus und Antisemitismus, mit Fokus auf Israel und “sein Anderes” und darauf bezogenen Positionen. Dabei wird vor allem Udo Wolter zitiert respketive kommt er selbst zu Wort. Die Qualität ist leider teilweise sehr unangenehm; aber ein paar interessante Punkte machen das Ganze hörenswert.
  • Via Audioarchiv: “Die Erhöhung des Tiers und die Erniedrigung des Menschen. Zur Debatte um den (Anti-)Speziesismus”, "Axel Hon­neth über Fort­schritts­fä­hig­keit, die »Frank­fur­ter Schu­le« und ihre Ge­schich­te/Ge­ne­ra­tio­nen” (Down­load via WDR5) und “Is­la­mi­sche Fe­mi­nis­tin­nen kämp­fen für Re­for­men” (Down­load via SWR).
  • Sabotage Records (japanther, the yellow press, polite sleeper, team robespierre, the now denial, u.a.; free compilation hier) und Taken By Suprise Records haben sich auf dem Blog "Two Hearts Are Better Than One" zusammen getan und stellen ihre Musik zum freien Download zur Verfügung.

Veranstaltungen:

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