Dieses Meer von Schlaf im tiefen Grunde aller menschlichen Natur hat nachts die Flutzeit; jeder Schlummer besagt nur, daß es einen Strand bespült, von dem es sich bei wacher Zeit zurückzieht. Was zurückbleibt: die Träume, sind - wie wunderbar geformt - doch nur das Tote aus dem Schoße dieser Tiefen. Das Lebendige bleibt in ihm und auf ihm geborgen: das Schiff des wachen Lebens und die Fische als stumme Beute in den Netzen der Künstler.
Walter Benjamin: Träume, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008, S.71
(Kaum habe ich weite Teile der outside the box #3 (Thema “Gebären”) durch und “Esther Leslie’s Dreams 31-x-2003” gehört, träumte ich in der vergangenen Nacht von der materiellen Folgen einer Geburt. Ich als Geburt Gebende. Überraschenderweise waren meine bisher während der Tagesfreizeit bewusst gewälzten Gedanken über den Prozess bis und der Geburt herself kein Thema. Vielmehr gängelte mich die Überforderung “kindgerechtes” Zeug zu kaufen, dass notwendig ist um das Überleben von frisch Geborenen zu sichern. Zum Beispiel auf’s Amt zu gehen, um Geld für eine Erstausstattung zu beantragen oder im tegut-Supermarkt nach Kinderbetten oder Umdenkörperschnall-Taschen zu suchen. Logisch, das sind Handlungen, die passieren ja auch immer erst nach einer Geburt… Ärgerlich, dass ich immer so viel vergesse (…).)
(Source: ilostmyheartatsea, via abendgesellschaft)