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Wie man derzeit noch ruhig und ohne durchzudrehen durch die Straßen gehen kann grenzt an ein Wunder. Menschenverachtung hier, Rassismus dort, Sexismus & Misogynie überall. Und die EU bekommt den Friedensnobelpreis, passt ja in eine Reihe mit UN und Arafat. Aber der Reihe nach:

  • Nachdem Ende August in Berlin der Rabbiner Daniel Alter auf offener Straße verprügelt und seine Tochter mit Totschlag bedroht wurde, kommt es kurze Zeit später zu Beleidigungen wie  ”Judentussen” gegenüber 13 Schülerinnen einer jüdisch-orthodoxen Schule. Keinen Monat später und ausgerechnet an Yom Kippur wird Stephan Kramer, seines Zeichens Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, durch einen Passanten mit dem Satz “Du hast hier nichts zu suchen” bedroht. Die Polizei ermittelt nun wegen “wechselseitiger Bedrohung”. Das alles passiert während die Nation die rituelle Beschneidung “debattiert”. Ganz plötzlich interessiert sich Deutschland für das “Kindeswohl” (statt bspw. über den Schutz des Individuums und dessen Integrität nachzudenken) - dieses “Argument” wird hingegen nicht angeführt, wenn es um die Zwangsoperationen von intersexuellen Menschen geht; stattdessen schmeißt man mit Halbgarem um sich, wie Heinz-Jürgen Voss kritisiert. Alan Dershowitz hat das Perfide an der Sorge um das “Kindeswohl” in der Jüdischen Allgemeinen besprochen: “Heute sind neue Wörter an die Stelle der alten, diskreditierten Wörter getreten. Antizionismus statt Antisemitismus. Das Wohl des Kindes statt Verbot religiöser Rituale.” Unterdessen fordert die Grünen-Politikerin und Vorsitzende von Terre des Femmes, Irmingard Schewe-Gerigk, dass Judentum und Islam ihre Beschneidungsrituale beenden und vergleicht diese mit der “Witwenverbrennung”. Auch so Backpfeifen wie Michael Schmidt-Salomon - Mitbegründer der “Giordano-Bruno-Stiftung” - dürfen ihre 20cent und plumpen Szientismus in Sendungen wie dem Wutbürger_innen-Mitmachformat “zdf log_in” zum Besten geben. Weiß Gott warum… Das erinnert mich im Übrigen daran, dass die Grundstimmung bei der Solidaritätsveranstaltung für Rabbi Alter an einem Sonntagmittag in Berlin-Friedenau (nahe dem Tatort) vor allem davon geprägt war, dass Rabbi Alter ein guter und wertvoller Bürger im Kiez ist anstatt den Antisemitismus in jeglichen Formen zu verurteilen. Eine Bemerkung zum Al-Quds-Tag, der wenige Wochen zuvor in Berlin statt fand, kam nur aus einer Rede, die vom Publikum teils mit Schmach goutiert wurde - die Sorge um den eigenen Dreck vor der Kieztür wiegt halt schwerer. Etwaige Personen mit Israel-Flagge oder verwandten Symbolen wurden hingegen mit Scheinargumenten wie “es geht um etwas Höheres” belegt.

Z9020025

  • Unterdessen in Erfurt: Nicht nur ist es während des “Flüchtlingsprotestmarsch” zu den vorher von ihnen auf ihrer Website angekündigten Angriffsversuchen durch die NPD gekommen, auch ansonsten ist das Klima in der Landeshauptstadt weiterhin weiß, deutsch und also beschissen. Das zeigte sich auch in einer Nacht vor der gay-bar “Cosmopolar”, in welche ein junger Mann nicht eingelassen wurde, da sein Ausweis das Staatssymbol der Türkei enthält. Weitere Infos dazu gibt es in der Pressemitteilung des “AntiRa Campus Erfurt” (via wider die natur).
  • In anderen Gegenden (Ost)Deutschlands sieht es derzeit vor allem beim Thema Flüchtlinge und Asyl zunehmend gruselig aus: als ob die furchtbare Handhabung seitens des Staates nicht Qual genug ist, werden mehr und mehr Bürger_innen aktiv und gehen an ihren Jägerzaun dem der Frontex anzugleichen. In Güstrow-Dettmannsdorf bspw. wurde vor kurzem ein Flugblatt verteilt, welches mit vermeintlichen “Fakten” Stimmung gegen ein geplantes Asylbewerberheim macht. Nicht unweit von Güstrow wird ein Asylbewerberheim in Wolgast eröffnet, das einer Panorama-Reportage zufolge bei den Anwohner_innen nur mäßig ankommt; um nicht zu sagen ihre blanke rassistische Menschenverachtung darbieten lässt. Ein Reporter der taz hat sich dort auch mal umgeschaut. Apropos taz, Hilal Sezgin fordert eine zweite Entnazifizierung - eine ernstzunehmende Erste würde ich zwar auch begrüßen, aber da will ich mich mal nicht so kleinlich haben.
  • Im rhetorischen und menschenfeindlichen Fahrwasser des über die Grenzen Berlins hinaus bekannten Bürgermeister von Neukölln Heinz Buschkowsky und seinen in Buchform gepressten rassistischen Ergüssen, stehen auch einige Vorkommnisse in und um Berlin. Am 9. Oktober kam es zu einem Anschlag auf das Flüchtlingslager in Waßmannsdorf. Für den selben Tag hatte die CDU Rudow zu einer Bürgersammlung mit dem Titel “Asylbewerberheim in Rudow?” geladen. Waßmannsdorf und Rudow sind ca. 6 bis 7 Kilometer entfernt. Ingefähr 200 Rudower_innen kamen zur Versammlung - unter ihnen ein örtlicher NPD-Kader. In Thüringen unterdessen gewährt der CDU-Landrat Reinhard Krebs (Wartburgkreis) der hiesigen NPD Zutritt ins Flüchtlingslager Gerstungen. Und was geht eigentlich bei Hans-Peter Friedrich?
  • Abschließend noch ein Blick auf öffentlich-rechtliche Perlen der rape culture: Die Jungdeppen Joko & Klaas fanden es hammerwitzig in ihrer ZDF-Sendung “neoParadise” einer Frau ungefragt an Brust & Hintern zu fassen und sich anschließend einerseits wie kleine Jungs andererseits wie erwachsene Macker zu freuen mit Sätzen wie “Gott, aber der war das auch so unangenehm. Die stand da wirklich und hat sich richtig entwürdigt gefühlt. Die fährt jetzt gleich nach Hause und dann wird die erst einmal schön heulen unter der Dusche, die steht dann sechs Stunden unter der Dusche” (O-Ton dank SZ). Wenige Tage später bietet Günther Jauch dem Ehepaar Kachelmann die breite Sonntagabendbühne um sich als Oberopfer zu gerieren. Mehr dazu beim sehr empfehlenswerten Blog “Fernseher kaputt” (leider wird mir aber auch dort nicht erklärt, warum Lady Gaga bei Julian Assange zum Essen war). Oh, Joko ist am 20.10. in der “Villa am Paradies” in Jena zu Gast, falls jemand das Bedürfnis hat ein paar Schellen auszuteilen.
Zum Ende wenigstens etwas Schönes…

Anhörenswert: 

Termine:

  • 23.10. - Jena: Jutta Schwerin liest aus ihrem Buch “Ricardas Tochter. Ein Leben zwischen Deutschland und Israel” - Schillers Gartenhaus, 19Uhr.
  • 18.10. - Leipzig: Laurie Penny liest aus & diskutiert über ihr(em) Buch “Fleischmarkt. Weibliche Körper im Kapitalismus” in der Frauenbibliothek Monaliesa Leipzig.
  • 07.11. - Leipzig: Jonas Engelmann & Alexander Pehlemann stellen das Buch ”We are ugly but we have the music - Eine ungewöhnliche Spurensuche in Sachen jüdischer Erfahrung und Subkultur ” vor. 20Uhr, Kulturny Dom (Bornaische Str. 31). Organisiert von der Buchhandlung drift.
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Kleiner Werbebreak. Vielleicht erinnert sich ja die eine oder der andere an folgende Künstler_innen oder ihre Konzerte, deren Gastgeberin ich damals nur allzu gern war. Ich empfehle ein Hingehen explizit.

i.

8. März. Leipzig. UT Connewitz. The Dropout Patrol. Was als Ein-Frau-Projekt in persona Jana von Petethepiratesquid und Ex Best Friends begann, ist mittlerweile zur Band angewachsen (ausgewiesenes Personal von den ehemaligen Kids Explode ist zum Beispiel dabei) und super wie eh und je. Sie stellen im Übrigen das Vorprogramm zu Damien Jurado.

ii.

16. März. Jena. Café Wagner. Jagoda. Damals sprangen die Herren und Monotekktoni für das geplante Konzert von peters. (die haben “auffallen durch umfallen” einfach noch ernst genommen) ein, die sich leider kurz vorher trennten. Leider ist Monotekktoni anscheinend nicht mehr dabei. Dafür gibt es einen anderen Grund (wenigstens zur “Aftershow”) zu kommen: Schmerzbrot & Bubi Zitrone. Exzellente Experimente/Punk/Post-Post/die Reime der anderen für Dinosaurier & Astronaut_innen. Die Kids lieben es. Wenn “witch house” und “dream pop” noch angesagt ist, gibt’s das vielleicht auch. Wild combination. Kommt zahlreich, ich brauch’ das Geld (we are all prostitutes). Traurig aber wahr.

iii.

31. März. Leipzig. Zoro. Des Ark + Sissters + Polite Sleeper. Srsly. Einziges Problem: gleichzeitig findet das sog. “Doom over Leipzig” mit bspw. Mount Eerie, Scraps of Tape und Celeste statt. Für wen das insgesamt kein Grund ist mittelgroße Reisen zu machen, könnte auch am 3. April in Jena (Café Wagner) wenigstens Polite Sleeper sehen.

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  • Erfurt: Ein 24-jähriger wurde wiederholt beim Fahren in der Tram ohne Fahrkarte kontrolliert. Da er die Geldstrafe von 3200€ nicht bezahlt hatte, wurde er verhaftet und für sieben Monate ins Gefängnis gesteckt
  • Gera (“Ich spürte wie meine Zähne nach innen klappten”): Freiheitsstrafen wurden auch im neulich erwähnten Prozess verhängt, der am 10. Februar am Amtsgericht Gera beendet wurde. Kurze Zusammenfassung: Zwei Mitglieder der Gruppierung “Braune Teufel Vogtland” waren angeklagt, gemeinschaftlich schwere Körperverletzung in zwei Fällen begangen zu haben. Zu Himmelfahrt 2010 hatten sie aus einer Gruppe von 15 bis 20 Neonazis eine Gruppe von fünf Jugendlichen an einem Teich im Landkreis Greiz überfallen und zwei davon auf äußerst brutale Weise verletzt. Einer der Angeklagten ist bisher nicht weiter öffentlich aufgefallen, steckt derzeit aber noch in einem anderen Prozess ähnlicher Couleur und trug während der Verhandlung ein Shirt mit der Aufschrift “Masterrace”. Dass niemand im Gerichtssaal daran Anstoß genommen hat (im Gegensatz zu einem Shirt mit der Aufschrift “Fire & Flames”, welches eine Person im Publikum trug, welche es daraufhin mit Verweis auf die Verbindung zur “RAF” verdecken sollte) sowie das Ausklammern, der von keiner Seite bestrittenen rechtsorientierten Motivation der Täter im Urteil, spricht Bände über die Zustände am Geraer Justizzentrum. Eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten sind sein Strafmaß. Der zweite Angeklagte fiel bereits 2003 durch einen Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Greiz sowie Aktivitäten in der NPD auf. Unter Einbeziehung seiner Vorstrafen wurde ihm eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren verhängt. Jeweils ohne Bewährung. Allerdings ist davon auszugehen, dass beide in Berufung gehen werden. (Bericht in der OTZ)
  • Dessau: Im Zuge des Verfahrens im Falle Oury Jallohs bzw. parallel dazu kam und kommt es in Dessau in letzter Zeit vermehrt zu beängstigenden Szenen. Bei waiting wurde dies hier und da kommentiert. Die Initiative “Aufklärung und Transparenz” hat Radio Corax ein Interview gegeben und die derzeitige Situation geschildert.
  • Würzburg: “Das große Thier” kommentiert die Reaktionen (insbesondere die der ‘Wohlmeinenden’) auf den Suizid eines Exiliraners in einer ‘Gemeinschaftsunterkunft’ in Würzburg und dabei insbesondere die Schwierigkeit, der sich Asylbewerber_innen (immer wieder) ausgesetzt sehen, wenn sie nicht nur als “Objekt der Fürsorge” im Rahmen des “Asylrechts”, sondern als handelnde Subjekte auf- bzw. diesen Zuständen gegenübertreten.
  • Andrè Anchuelo kommentiert die Aufsehenerrengenden 20 Prozent der Deutschen, die latent und manifest antisemitisch seien sowie grundlegende Fehler in der dazugehörigen Begriffsarbeit (bspw. die synonyme Verwendung der »Begriffe Stereotyp, Klischee, Vorurteil und Ressentiment«). Im Bundestag spiegele sich diese Verteilung übrigens nicht wider.
  • Ali Schirasi über die “doppelten Standards” der iranischen Mullahs in Bezug auf (nackte) Körper.

“Die gleiche Strategie der Verharmlosung ist für das postnazistische Deutschland in „Schuld und Abwehr“ dokumentiert: Die Faktizität der Ereignisse wird lächerlich gemacht und als „Hörensagen“ abgewehrt, wenn nicht gleich die Erstschuld der Verfolgten (hier: „angezettelt“) behauptet wird. (S. Adorno, s.o., 165) Das Einverständnis mit dem Mord hat sich schon hergestellt, wenn nur die Identität der Opfer vom Hörensagen erwiesen wird als menschenfeindliche, hier djihadistische. Gegen diese Tendenz ist noch jeder Islamist zu verteidigen. Auch er soll für den Sturz eines Folterfürsten demonstrieren dürfen, ohne von einer Panzergranate zerfetzt zu werden und ohne von einem Schrapnell den Unterkiefer herausgerissen zu bekommen.”

(via nichtidentisches)

Anhörenswert:

Termine:

15. Februar. Jena: ”Nationalsozialistischer Untergrund. Rechtsterror und die Rolle des Staates” - eine Veranstaltung von apabiz e.V. und Kokont. Die Wahl des Veranstaltungsorts zeugt von Bewusstsein, tauchte das  NSU-Trio und einige seiner Unterstützer_innen vor Jahren auch mal im Jugendzentrum Hugo (der Flachbau ca. 300m hinter der Tram-Haltestelle Winzerla) auf. 18Uhr.

15. Februar. Halle: Hannes Bode wird den letzten Vortrag der Reihe “Was tun? Zum Verhältnis von Theorie und Praxis” unter dem Titel “Negation und Utopie - Realgeschichte der Aufklärung, Ideologie der Menschenrechte” halten. Veranstalterin: kritische Intervention. Melanchthonianum (Uniplatz). 18.30Uhr.

16. Februar. Gera (bad-Reihe): “Enfants Perdu - Über die Situationistische Internationale in ihrer Zeit”. Galerie Mahesi (Schülerstr. 40). 19.30Uhr.

17. Februar. Halle: “Time to say Goodbye. Die Bonjour Tristesse sagt au revoir.” - Vortrag mit anschließender Party. “Aus Anlass des Erscheinens der dreizehnten und letzten Ausgabe sollen fünf Jahre Bonjour Tristesse gefeiert werden. In einem Vortrag soll allen Freunden und Gegnern der Bonjour Tristesse erklärt werden, warum sie von nun an wieder selber denken müssen.” Abdanken mit Chinaböllern. Schade. Lustig: Antifa und Jungakademiker werden wieder zu Kampfbegriffen. Die Referentin “Julia Reiter” wird die Feindbildpflege am “Phase 2 Hoax” (sie veröffentlichte in der aktuellen Ausgabe einen Text zur Fernsehserie ALF, den ich bisher aufgrund von Desinteresse [ALF hat schließlich Katzen gefressen] nicht lesen wollte; an diesem scheint aber “etwas faul zu sein”) durchexerzieren. Ungern greife ich auf den sonst eher schnöden Blog “tee” zurück, aber ggf. hat er aus den falschen Gründen das Richtige formuliert: “Szeneopfer”. VL (Ludwigstraße 37). 20Uhr.

21. Februar. Jena: Peter Bierl is back in town - “In einem zweiten Vortrag am 21. Februar 2012 in Jena beschäftigt sich Peter Bierl mit der Tradition der Rassenhygiene, dem Beitrag den Wissenschaftler der Universität Jena, angefangen mit Ernst Haeckel, dazu geleistet haben, bis hin zur Soziobiologie als Ideologie der so genannte Neuen Rechten und den Thesen Thilo Sarrazins.” Veranstalterin: JAPS. Uni-Campus, SR 206 (Carl-Zeiss-Str. 3). 19Uhr.

21./22. Februar. Berlin: Update: Der Schokoladen bekommt neue VerträgeDer Schokoladen soll geräumt werden. Macht was ihr wollt, aber das zu verhindern wäre überaus begrüßenswert, da dieser Schuppen tatsächlich einer der wenigen sympathischen ist (nicht nur weil er sich nicht der bauchlinken (Lebensstil-)Ästhetik & Hygienehass manch anderer Munkelbuden hingegeben hat). Klar werden hier “Privatinteressen” gepflegt, allerdings bin ich eher skeptisch, dass das in Etablissements der “Szene” anders ist (vgl. die einsame Auflösung der Reitbahnstr. in Chemnitz).

22. Februar. Erfurt: Peter Bierl - “Tierrechte & Rassenhygiene - Peter Singer, die Giordano-Bruno-Stiftung und die Wiederkehr einer mörderischen Ideologie”. Radio FREI (Gotthardtstraße 21). 19Uhr.

23. Februar. Gera (bad-Reihe): “Wohnungslose in deutschen Großstädten. Eine Reflexionen über städtische Verdrängungsstrukturen, ihren Einfluss auf den Stadtraum und einen Rundgang in Bremen.” Kanitz‘sche Buchhandlung (Laasener Str. 8). 18.30Uhr.

24. Februar. Leipzig: Almut Klotz & Rev. Christian Dabeler (ggf. als Musikduo Klotz & Dabeler bekannt) lesen und spielen vor. Veranstalterin: drift Buchhandlung. Skorbut (Dreilindenstr. 1). 20Uhr.

29. Februar. Jena: 13 Kurze mit dem Kapitalismus. Zwei mir unbekannte und Stephan Lessenich “erklären bei 13 Schnäpsen, wie das mit dem Kapitalismus funktioniert”. Dreamteam: Alkohol & Kapitalismus. Zum Glück gibt’s Cola. Bestimmt für zynische Schweine (un)geeignet. Kassablanca. 20Uhr.

05. März. Chemnitz: Opferzirkus.

29. März. Berlin: Francesca Caligiuri - “Theodor W. Adorno: Eine Physiognomik des verdinglichten Lebens”. Ausland (Lychener Str. 60). 21Uhr.

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(mir gefällt meine aufnahme halt einfach besser. indirektes via.)
On January 3, 2012 at 11:49pm

(mir gefällt meine aufnahme halt einfach besser. indirektes via.)

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die wand des alten nähmaschinen krönke (bestes haus um einen salon zu eröffnen/wird abgerissen) ist eröffnet. ein mü weiter rechts wäre auch drin gewesen…
On December 13, 2011 at 1:28pm

die wand des alten nähmaschinen krönke (bestes haus um einen salon zu eröffnen/wird abgerissen) ist eröffnet. ein mü weiter rechts wäre auch drin gewesen…

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Nichts gelernt und nichts vergessen.
Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland

Vortrag und Diskussion mit Joachim Bruhn (ISF Freiburg)

10.11.2011 Universität Jena (Carl-Zeiss-Str. 3), Hörsaal 9 // 19 Uhr

Irgendwann zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels verliert der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine Antisemiten mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der Deutschen. Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den prinzipiellen Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der erpreßten Versöhnung. So findet auch der Hass auf die Juden, egal, ob antisemitisch oder antizionistisch ausgebrüllt, keine neuen Worte mehr, sondern gehorcht jenem manischen Wiederholungszwang, dessen Vokabular in den Werken Adolf Hitlers gesammelt vorliegt. Es ist sein „Politisches Testament“ vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem „internationalen Judentum und seinen Helfern“ den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, das in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß „die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden“. 1989, als die Wiedervereinigung der Antisemiten (BRD), die genötigt worden waren, mit Israel sich zu arrangieren, mit den Antizionisten (DDR), denen es nur erlaubt war, die Juden in Form der ‚Zionisten’ zu hassen, unvermeidlich wurde, waren alle formellen Bedingungen der deutschen Souveränität wiederhergestellt, die es möglich machen, Hitlers Testament doch noch zu vollstrecken, d.h. die HaShoah durch ihre Vollendung, Überbietung und restlose Vollstreckung an Israel ungeschehen zu machen: Der Rechtsnachfolger rüstet sich auf, nun auch mit gutem Gewissen, d.h. in souveräner Unschuld, der Gesellschaftsnachfolger zu sein. Denn erst der Tag, an dem es die Juden, außer in den Geschichtsbüchern, niemals gegeben haben wird, wird der Tag der vollendeten „Deutschen Revolution“ (Goebbels) gewesen sein. So trifft das paradoxe Resümee jetzt erst zu, das Eric Voegelin 1964 aus dem Verhältnis der Deutschen zu Hitler zog: „Nichts gelernt und nichts vergessen.“ Es ist diese irrsinnig redundante, penetrante Permanenz des Nullpunkts materialistischer Aufklärung, in dem der Wiederholungszwang sich breitmacht.

(via association pomme de terre)


Kapital und Souveränität – Einführung in die materialistische Staatskritik

Wochenendseminar mit Joachim Bruhn

Freitag 11.11.2011 – Sonntag 12.11.2011.

Dass die Wirtschaft nach ewigen Gesetzen funktioniert, gilt als allgemein ausgemacht. Sie soll unser Schicksal sein, das wir nur akzeptieren können und dem wir uns fügen müssen. Als genau so ausgemacht gilt, dass die Politik im – Gegensatz zur Wirtschaft – das Reich unserer Freiheit sei. Wer sich einbringe, könne auch was gestalten. Und deswegen solle, wer sich beschwert, gefälligst auch sagen, wie er oder sie es besser machen würde. Und so scheint es nur selbstverständlich, dass wer etwas an der Wirtschaft auszusetzen hat, nach dem Staat ruft und dieser, wenn dann doch mal etwas an ihm ausgesetzt wird, wiederum auf die wirtschaftlichen Zwänge verweist.
Wie sich die Gesellschaften, in denen kapitalistische Produktionsweise herrscht, in Staat und Kapital teilen, zerfallen die Individuen, die in ihnen ihr Leben fristen, in Bourgeois und Citoyen. Ständig zerrissen, einerseits ihre eigene wirtschaftliche Stellung und ihre privaten Interessen zu verfolgen und andererseits sich in den Staat einzudenken, sich als bloßes Exemplar des ordentlichen Staatsbürgers bzw. der ordentlichen Staatsbürgerin zu denken.
In diesem ständigen Hin und Her zwischen politischen Gestaltungswillen und staatlichem Gewaltmonopol einerseits und freiem Markt und der Despotie von Fabrik und Büro andererseits liegt der objektive Irrsinn dieser gesellschaftlichen Verhältnisse. So objektiv irrsinnig sie sind, so sind sie doch irrsinnigerweise objektiv, d.h. gesellschaftlich gültig.
In dem Wochenendseminar wollen wir uns zusammen mit unserem Referenten und einigen Texten mit dem Verhältnis von Kapital und Staat auseinander setzen. Davon ausgehend soll ein Blick auf das geworfen werden, was in Deutschland seit Ferdinand Lassalle als Links auftrumpft. Denn in dessen Agitation für den „Volksstaat“, dem Gerede des Marxisten-Leninisten vom „Staat des ganzen Volkes“ und der Forderung einer “Politik für alle” eines Oskar Lafontaine kommt die Ideologie der Politik an ihr Ende: in der Vorstellung der Einheit von Bürger und Staat — der Volksgemeinschaft, in der Idee, die Souveränität sei das Instrument der gesellschaftlichen Selbstbestimmung und das System des Befehlens und Gehorchens wäre, nur recht auf Gemeinwohl getrimmt, schon die Freiheit selbst.
Die marxsche »Kritik der politischen Ökonomie« dagegen tritt auf als Kritik der politischen Ökonomie, die von Anfang an die Einheit von Ökonomie und Politik, von Basis und Überbau, von Kapital und Souveränität darstellt: in der Form der Kritik. Alle Kategorien dieser Kritik sind ökonomisch und politisch zugleich. Insofern sie aus der vermittelten Identität von Ausbeutung und Herrschaft entspringen, gilt die Souveränität als nur eine, wenn auch die gegenwärtige Form der Knechtschaft. Als Kritik, die dem kategorischen Imperativ folgt, die Spaltung der Gattung in die wesentliche und in die überflüssige Menschheit aufzuheben, zielt sie nicht auf die Aufhebung, sondern auf die Abschaffung des Staates.

(weitere Infos via Falken Erfurt)

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Uni Jena, Semsterbeginn – Zeit für die Wohnungssuche. Wie gut, dass die extra aufgelegte Broschüre des Stura Jena darauf hinweist, wie wohnlich doch das studentische Leben im Plattenbau ist. Diese sind mit positiven Standortbezug dank der Elite von morgen nämlich schon gereinigt von „Bettlern, Landstreichern, Obdachlosen, Prostituierten, Zuhältern, Fürsorgeempfängern, Suchtkranken (z. B. Alkoholikern), Homosexuellen, Zigeunern und andere Unangepassten“ (so der Inhalt bis heute des Begriffes der Asozialen (wikipedia)).

(src: kinky)

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Auf seine Bitte hin veröffentliche auch ich die Stellungnahme von Justus Geilhufe (“Referat gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” an der Uni Jena):

In den letzten Wochen ist im Campusradio und im Internet von meinem Rücktritt als Leiter des Referats gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit berichtet und auch über die dazugehörenden Umstände diskutiert worden. Ich möchte zur sachlichen Diskussion beitragen und ein paar Anmerkungen machen.

In der Debatte ist auch der Eindruck entstanden, ich stünde gewissen politischen Kategorien innerhalb der linken Szene nahe. Ich möchte klar sagen: Das ist nicht der Fall. Wir haben innerhalb des Referates den Austausch über bestimmte Themen geführt, wie es uns notwendig schien. Wir haben stets versucht abzuklären, wo es Differenzen in politischen Ansichten, Anliegen und Aktionen zu jeglichen gefestigten politischen Standpunkten gibt. Meinen eigenen politischen Standort habe ich stets versucht einfließen zu lassen in das, was das Referat im zurückliegenden Zeitraum an Aktionen gestaltet und verantwortet hat. Wir verstanden uns trotz eigenen Akzenten immer als eine Plattform, die die Möglichkeit der kritischen Selbstreflexion für alle zivilgesellschaftlichen Strukturen in Jena bieten wollte.
Meine Arbeit als Referent hatte das Ziel Bildungsarbeit gegen rechte Ideologie zu betreiben. Die kontroversen Debatten innerhalb des Referats haben wir immer versucht auch in eine öffentliche Auseinandersetzungen zu tragen.
In diesem Zusammenhang kam es auch zu einem Vortrag von J. Wertmüller. Eine Jenaer Gruppe hatte das Vorhaben, einen Vortrag mit ihm zu veranstalten und hatte das Referat um finanzielle Unterstützung gebeten. Dem wollten wir nach langen Diskussionen im Referat Raum geben, weil wir der Meinung waren, wir sollten – wie bei anderen Themen auch – diese Debatte öffentlich führen. Nach einer StuRa-Entscheidung hat das Referat den Vortrag nicht finanziell unterstützt. Der Vortrag fand dennoch statt. Die politischen Ansichten und der Stil Wertmüllers mit all seinen Rundumschlägen gegen alle Beteiligten haben mich, der ich als Gast anwesend war, befremdet. Das ich daraufhin in meiner Funktion als Referent nicht öffentlich interveniert habe, bedaure ich. Ich habe mich im Nachhinein öffentlich bei angegriffenen Einzelpersonen entschuldigt und bin dann in Konsequenz des ganzen Konflikts vom Amt des Referatsleiters zurückgetreten. Das ist mir merklich schwergefallen. Diese Konsequenz, die mir persönlich weh getan hat, hätte ich gerne vermieden.
Dass nunmehr Justus Wertmüller noch einmal eingeladen wird, ist nur als Provokation zu verstehen.
Ob diese zu einer sinngebenden politischen Diskussion beitragen kann, – um die es mir und uns gemeinsam gehen sollte – halte ich zumindest für ausgeschlossen.

Justus Geilhufe

(Zur Ergänzung: hier und da die Beiträge im Campusradio.)

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On July 7, 2011 at 5:14pm

“der raucher ist also der jude von heute?” - “kann man so sagen.”

xaftershowx:

Mal ein Gesamtüberblick über den neuen Flur in der JG Jena.

(Source: grantelhuber)

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heute gibt es ausschließlich Veranstaltungshinweise:

  • Im Rahmen der Ausstellung “Das hat’s bei uns nicht gegeben! - Antisemitismus in der DDR” sind für den 1. und 8. Juli die zwei letzten Workshops des “Pädagogischen Arbeitskreis gegen Antisemitismus” zum Thema “Antisemitismus und Verschwörungstheorien” geplant. Anmelden können sich Interessierte auf dem Blog.
  • Während die Ausstellung mittlerweile in die Carl-Zeiss-Str.3 (Jena) umgezogen ist wird am 5.Juli um 19Uhr der letzte begleitende Vortrag im Hörsaal 7 (ebendort) stattfinden. Zu Gast ist Dr. Martin Jander, der über Helmut Eschwege, einen “jüdischen Dissidenten und Historiker in der DDR” spricht. Alle Infos gibt es hier.
  • Polyphantasiatage 2011: Diese beginnen am 5.Juli mit dem Vortrag “Nonverbale Kommunikation und Geschlecht”, der von Lann Hornscheidt gehalten wird. Statt findet das im veto (Erfurt) und beginnt 20Uhr. Auch Heinz-Jürgen Voss wird wieder zur gesellschaftlichen Konstruktion des biologischen Geschlechts erzählen. Desweiteren soll es einen Workshop zur Kritik der Polyamory, Lesungen und anderes geben (der konkrete Veranstaltungsort steht noch nicht fest, also ab und an mal zum Biko klicken oder den wider die natur abonnieren). Und auch wieder dabei: der Polyphantasiaball. Am 8.Juli. Diesmal mit unter anderem: the blue screen of death. Yeah. Und: Lea Legrand. Yeah.
  • Am selben Abend an dem besagter Ball statt findet, also am 8. Juli, gibt es um 19Uhr einen Vortrag plus Diskussion unter dem Titel “Das Verhältnis von kritischer Theorie und Praxis- im Spannungsfeld von Ideologie, Organisation und Alltag”. Stattfinden wird das im Seminarraum 221 der Uni Jena (ebenfalls Carl-Zeiss-Str. 3). Spannungsfeld. Mehr oder weniger genauere Infos gibt es beim Biko.
  • Der angekündigte Vortrag von Justus Wertmüller wurde mehrmals verschoben. Inklusive Gewaltandrohungen, Beleidigungen und Schwanzvergleichen. Wer weiterhin interessiert ist sollte sich auf dem neuen Blog der “association pomme de terre” informieren.
  • “Israel-Tag”: am 7.Juli ist im Rahmen der sog. “Werkstatt” der JG Stadtmitte (Jena) ein “Israel-Tag”, hier gibt’s Infos.
  • Am 11.Juli sind Tu Fawning im Café Wagner (Jena).
  • Auswärts -> Berlin, 1.&2.Juli: Footloose Fest im ://about blank. Nur gut das.
  • Auswärts -> Gotha, 2.Juli: gegen:ohne:für:Gotha im Brühl 10. Dazu gibt es auch einen Beitrag mit dem Titel “Die Stadt als kritikfreier Raum. Gespräch über das Projekt DADO 5 in Gotha” von Radio Corax.
  • Auswärts -> Halle: Am 5.Juli wird Alex Gruber (Wien) unter dem Titel “Die Differenz als Souverän. Über die Unmöglichkeit poststrukturalistischer Staatskritik” einen Vortrag im Melanchthonianum (Universitätsplatz). Beginn: 18.30Uhr. Veranstalterin: AK Kritische Intervention.
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Irgendwo in den drafts liegt noch ein profaner Kommentar zur aktuellen Stura-Wahl, den dabei kandidieren Linksdeutschen und anderen bemerkenswerten Ereignissen aus diesem Kontext. Entwurf bleibt Entwurf. Keine Zeit, keine Lust. Die Wahl ist durch (als vernunftbegabter Mensch, ob mit oder ohne Parteiausweis, konnte ohnehin nur Die LISTE gewählt werden). Die Abwahl eines Referent ist auch durch, sang- und klanglos (klanglos stimmt so nicht ganz, vgl. hier und da), aber in erschreckender Einvernehmlichkeit und ekliger Rhetorik wie Argumentation.

Für den Restkommentar verweise ich stattdessen mal auf eine Veranstaltung:

Der doppelte Justus - Karriere und Engagement. Studium und Ehrenamt

Vortrag und Diskussion mit Justus Wertmüller (Redaktion Bahamas)

Mittwoch 29.06. // 19:00 - Achtung, verlegt: Großes Atelier, Kulturbahnhof(Saalbhf)

Das Agieren dieses Politbüros [gemeint ist die viele und entscheidende Posten dauerbesetzende Liste “Stur-A-ktiv”] ist uns Anlass, ehrenamtliches studentisches Engagement in Jena und anderswo zu hinterfragen. Warum wird der, soziales oder gesellschaftliches Engagement genannte, Konformismus von Studenten nicht nur zunehmend von Unileitungen und späteren Arbeitgebern eingefordert, sondern auch so willfährig und gläubig bedient? Warum gibt es bei Leuten von Mitte 20 noch nicht einmal die „instinktive“ Neigung, genau dort nicht mitzumachen, wo unser Haus Deutschland wie ein Mann zusammensteht? Ist es nicht eine Frage der Selbstachtung, aus dem „Stur-A-ktiv“ Deutschland auszutreten, dieser Burschen- und Mädelschaft von 15 bis 95, in der „vertrauensbasiert“, „kollegial“ und „konstruktiv“ mitzuarbeiten Ehrensache ist? Es ist Zeit, jede – Zugehörigkeitsgefühl genannte – Erpressung zum bedingungslosen Mitmachen in studentischen Gremien für Nachwuchspolitiker, die kein Mensch braucht, öffentlich zu denunzieren. Was sich im Jenenser StuRa als Mitmachagentur und Zensurbehörde häuslich eingerichtet hat, ist der lokale Ausdruck einer selbstverständlich positiven deutschen Staatsbürgermoral, die sich freiwillig gleichgeschaltet auf die Suche nach Kameradenschweinen macht.

(den komplette Ankündigungstext gibt es hier)

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Im Rahmen der neulich bereits nahegelegten Vortragsreihe “Das hat’s bei uns nicht gegeben! - Antisemitismus in der DDR”, die vom “Pädagogischen Arbeitskreis gegen Antisemitismus” organisiert wird, ist am kommenden Dienstag Karl Pfeifer zu Gast.

Ungarn auf dem Weg zur Autokratie?

Seit mehr als einem Jahr regiert in Ungarn eine Koalition aus dem nationalistischen und zum Teil völkischen „Ungarischen Bürgerbund“ (Fidesz) und der klerikalen „Christlich-Demokratischen Volkspartei“ (KDNP). Die Koalition, die über eine 2/3 Mehrheit im Parlament verfügt, hat im April 2011 die Verfassung geändert. In den Medien wird nicht nur über das neue skandalöse Medienrecht berichtet, sondern auch über die national-sozialistische „Bewegung für ein (besseres) rechteres Ungarn“ (Jobbik) und dem Unwesen der mit ihr verbundenen paramilitärischen Garden, das von der Regierung geduldet wird.

Wie konnte es soweit kommen? Was ändert sich in Ungarn? Wie gelangte Antisemitismus und Antiziganismus in regierungsnahe Medien? Welche Kräfte leisten Widerstand?


Karl Pfeifer lebt als Journalist und Autor in Wien, seine Beiträge erscheinen unter anderem in der Budapester Wochenzeitung Hetek, der Berliner Jungle World, der Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung und einer Reihe anderer Medien.

Dienstag, 14.06.2011, 19:00 Uhr
HS 7, Universitätscampus

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