Die vergangene Nacht (bis vor einer halben Stunde) widmete der RBB Rosa von Praunheim. In einer Folge von “Rosas Welt” äußerte sich der Bildhauer Karsten Klingbeil über seinen “persönlichen Holocaust”, den er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft erlebt habe. Es sei “genauso” gewesen. Hier geht’s zur Mediathek.

  • Neues von der beliebten Vollflachzange Xavier Naidoo: “Ich schneid’ euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ihr tötet Kinder und Föten. Ihr hab einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?” Und keine gute Verschwörung kommt ohne einen Link zu alteingessenen aus: “Okkulte Rituale besiegeln den Pakt mit der Macht, Teil einer Loge getarnt unter Anzug und Robe. Sie schreiben ihre eigenen Gebote.” Diese Zeilen sind in einem ‘hidden track’ auf einem gemeinsam mit einer nicht minder dümmlichen Person namens Kool Savas aufgenommenen Album zu hören. Abhaten gegenüber der Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch; eine wirre Neuverschwörung in der Schwule Föten töten würden und das Ignorieren von Lesben - die sind doch bestimmt auch ganz widerlich und schlecht für den deutschen Volkskörper oder? Ach, vielleicht finden sie die ganz dufte, weil “Möse” und vermeintlich keine Penetrationsmacht? Mittels “Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?” ist das ja indirekt geklärt. Und an anderer Stelle noch ein kleiner Verschwörungsnachschlag inkl. autoritärer Sehnsucht: ”Wo sind unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?” um etwas gegen “furchtbare Ritualmorde an Kindern, die tatsächlich ganz viel in Europa passieren” zu tun. unfuckingbelieveable (via queer.de).
  • Alle Bildungsarbeit der Welt ist Perlen vor die Säue, wenn personifiziertes Bescheidwissen weiterhin Unsinn erzählen darf. So wie bspw. neulich in Bopfingen. Irgendwo im Schwäbischen. Dort meinte Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld die These zu verkaufen, dass der Antisemitismus weitgehend auf “schlichte[r] Habgier” basiere. Die lokale Journaille “Schwäbische Zeitung” zieht sprachlich weiterhin vom deutschen Leder und verwendet in seiner Berichterstattung gerne und ohne Anführungszeichen Ausdrücke wie “Reichskristallnacht” oder die “in Palästina ausgetragenen Kämpfe”. Einzig der Hinweis darauf, dass der Ausdruck “christlich-jüdische Tradition im Abendland” blanker Hohn ist, sollte positiv angerechnet werden. Auch wenn das einem Mindestmaß gleichkommt. In der “Jüdischen Allgemeinen” erschien anlässlich des 9. November ein lesenswerter Artikel zu Begrifflichkeiten (und ihrem Wandel) rundum die Novemberprogrome 1938 und ein weiterer dazu wie sie bzw. aktueller Antisemitismus gegenwärtig (de)thematisiert werden.
  • Deutschland am 9. November 2012: nachdem die Stimmung im mecklenburgischen Kaff Wolgast schon gefroren ist - ein Asylbewerberheim wird eingerichtet, das Fernsehen berichtet ganz, ganz fies über die doch gar nicht so rassistischen Äußerungen und Handlungen (Landser et. al. für den ganzen Wohnblock unfreiwillig hörbar) der ortsansässigen Deutschen, die daraufhin rumheulen - sollte nun die NPD also ausgerechnet am 9. November mit einem genehmigten Fackelzug durch das Drecksnest bis vor die örtliche Gemeinschaftsunterkunft ziehen (beim Kombinat Fortschritt gibt es auch einen Überblick zur aktuellen Situation vor Ort). In Greifswald war man unterdessen subtiler und entfernte Stolpersteine. “Polizei vermutet politisches Motiv” - diese Füchse…
  • Eigentlich sollte es nach einigen Äußerungen seitens Sigmar Gabriel und der Geschichte des Antisemitismus in Arbeiterorganisationen nicht verwundern, aber dass die SPD ganz unverhohlen mit der Fatah “flirtet” sorgt wenigstens bei mir doch noch für erschrockenes Stirnrunzeln.
  • Die aktuelle Situation im Nahen Osten ist (wenigstens für mich) noch nie so mürbend wie heute. In vielerlei Hinsicht. Auf einer Mailing-Liste “linker Akademiker_innen” wird Ken Jebsen promotet und Israel direkt mit dem NS verglichen. Stark. Dennoch eine kleine Auswahl lesenwerter Beiträge: zunächst “An all die Mahner, Kopfschüttler, Abwiegler” von Lila (“letters from rungholt”). Des weiteren ist Felix Riedel auf “nichtidentisches” wieder einmal zu empfehlen: “Das Ende der Propaganda”. Beim Telegraph findet sich eine Medienanalyse mit dem Titel “Pallywood and the pornography of death: the Western media suckered again”. Klassiker: Stephan Grigat - “Befreit Gaza - von der Hamas”. Roland Benedikter über die strategischen Züge und Bedeutung auf internationaler Ebene: “Gaza - warum gerade jetzt?”. In dem etwas betagten Text “Der Krieg gegen die Juden” von Robert Kurz finden sich interessante Gedanken. Und falls mal wieder die Lust am Argumentieren oder Pöbeln fehlt, lässt sich ggf. auf dieses Video über “Israel in den deutschen Nachrichten” zurückgreifen.
  • Unterdessen in Uganda: das Parlament hat sich als “Weihnachtsgeschenk” für seine Bevölkerung überlegt, einen zweiten Versuch zu starten und einen neuen Gesetzentwurf einzubringen, der diese vor der “ernsthaften Bedrohung”, die von homosexuellen Menschen ausgehe, schützen soll. Diesem Entwurf zufolge soll die Todesstrafe nicht mehr bei “schweren Fällen von Homosexualität” sondern “nur noch” bei “Pädophilen” angewendet werden. Die bisher bereits verankerten, lebenslangen Haftstrafen, die Schwulen und Lesben (anderweitige Schubladen sexueller oder geschlechtlicher Identität wurden bisher nirgends erwähnt, ist bei diesem rigorosen Hass aber ohnehin vollkommen obsolet) bei öffentlicher Auslebung ihrer Sexualität jetzt bereits drohen, bleiben freilich bestehen. Mit dem neuen Gesetz soll dann auch “Werbung” für Homosexualität (???) und das Vermieten von Wohnungen an homosexuelle Menschen mit bis zu fünf Jahren Knast bestraft werden. Hmm - Fuck you.
  • In Frankreich wird unterdessen munter gegen die Möglichkeit einer Ehe für homosexuelle Paare demostriert.
  • Das italienische Klima scheint derweil nicht nur ungemein sexistisch (vgl. Berlusconi) sondern auch homophob zu sein: ein elfjähriger Schüler hat sich, nachdem er wiederholt ob seines Erscheinungsbilds sowie seiner sexuellen Orientierung von dessen Mitschüler_innen gemobbt wurde, selbst umgebracht. So viel zu “it get’s better”.
  • Das soziale Klima in Griechenland ist unterdessen auch gruselig: Neonazis machen sich bereit das Land zu bestimmen. Selbstjustiz, Gewalt auf den Straßen, Rassismus, Antisemitismus - auch im Parlament. Mehr von Federica Matteoni in der jungle World.
  • “Am 6. November berichtete die Frankfurter Rundschau, dass ein 41jähriger Deutscher äthiopischer Herkunft Strafanzeige gestellt hat, nachdem er von Beamten des Polizeireviers im Frankfurter Stadtteil Bornheim (Hessen) misshandelt und bewusstlos geschlagen worden sei. Im Gespräch mit der Zeitung gab der Mann an, am Abend des 17. Oktober sei zunächst seine Verlobte bei einer Fahrkartenkontrolle von Kontrolleuren in der U-Bahn festgehalten und in rassistischer Weise beleidigt worden, obwohl sie einen gültigen Fahrausweis habe vorzeigen können. Die hinzugerufenen Polizisten hätten anschließend seinen Personalausweis sehen wollen, den er nicht dabei gehabt habe. Daraufhin sei er auf dem Weg zu seiner Wohnung, in der sich der Ausweis befand, auf offener Straße geschlagen worden, zudem sei er in rassistischer Weise beleidigt worden.” (via “Deutsches Haus” 46/12)

Anhören:

Termine:

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Wie man derzeit noch ruhig und ohne durchzudrehen durch die Straßen gehen kann grenzt an ein Wunder. Menschenverachtung hier, Rassismus dort, Sexismus & Misogynie überall. Und die EU bekommt den Friedensnobelpreis, passt ja in eine Reihe mit UN und Arafat. Aber der Reihe nach:

  • Nachdem Ende August in Berlin der Rabbiner Daniel Alter auf offener Straße verprügelt und seine Tochter mit Totschlag bedroht wurde, kommt es kurze Zeit später zu Beleidigungen wie  ”Judentussen” gegenüber 13 Schülerinnen einer jüdisch-orthodoxen Schule. Keinen Monat später und ausgerechnet an Yom Kippur wird Stephan Kramer, seines Zeichens Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, durch einen Passanten mit dem Satz “Du hast hier nichts zu suchen” bedroht. Die Polizei ermittelt nun wegen “wechselseitiger Bedrohung”. Das alles passiert während die Nation die rituelle Beschneidung “debattiert”. Ganz plötzlich interessiert sich Deutschland für das “Kindeswohl” (statt bspw. über den Schutz des Individuums und dessen Integrität nachzudenken) - dieses “Argument” wird hingegen nicht angeführt, wenn es um die Zwangsoperationen von intersexuellen Menschen geht; stattdessen schmeißt man mit Halbgarem um sich, wie Heinz-Jürgen Voss kritisiert. Alan Dershowitz hat das Perfide an der Sorge um das “Kindeswohl” in der Jüdischen Allgemeinen besprochen: “Heute sind neue Wörter an die Stelle der alten, diskreditierten Wörter getreten. Antizionismus statt Antisemitismus. Das Wohl des Kindes statt Verbot religiöser Rituale.” Unterdessen fordert die Grünen-Politikerin und Vorsitzende von Terre des Femmes, Irmingard Schewe-Gerigk, dass Judentum und Islam ihre Beschneidungsrituale beenden und vergleicht diese mit der “Witwenverbrennung”. Auch so Backpfeifen wie Michael Schmidt-Salomon - Mitbegründer der “Giordano-Bruno-Stiftung” - dürfen ihre 20cent und plumpen Szientismus in Sendungen wie dem Wutbürger_innen-Mitmachformat “zdf log_in” zum Besten geben. Weiß Gott warum… Das erinnert mich im Übrigen daran, dass die Grundstimmung bei der Solidaritätsveranstaltung für Rabbi Alter an einem Sonntagmittag in Berlin-Friedenau (nahe dem Tatort) vor allem davon geprägt war, dass Rabbi Alter ein guter und wertvoller Bürger im Kiez ist anstatt den Antisemitismus in jeglichen Formen zu verurteilen. Eine Bemerkung zum Al-Quds-Tag, der wenige Wochen zuvor in Berlin statt fand, kam nur aus einer Rede, die vom Publikum teils mit Schmach goutiert wurde - die Sorge um den eigenen Dreck vor der Kieztür wiegt halt schwerer. Etwaige Personen mit Israel-Flagge oder verwandten Symbolen wurden hingegen mit Scheinargumenten wie “es geht um etwas Höheres” belegt.

Z9020025

  • Unterdessen in Erfurt: Nicht nur ist es während des “Flüchtlingsprotestmarsch” zu den vorher von ihnen auf ihrer Website angekündigten Angriffsversuchen durch die NPD gekommen, auch ansonsten ist das Klima in der Landeshauptstadt weiterhin weiß, deutsch und also beschissen. Das zeigte sich auch in einer Nacht vor der gay-bar “Cosmopolar”, in welche ein junger Mann nicht eingelassen wurde, da sein Ausweis das Staatssymbol der Türkei enthält. Weitere Infos dazu gibt es in der Pressemitteilung des “AntiRa Campus Erfurt” (via wider die natur).
  • In anderen Gegenden (Ost)Deutschlands sieht es derzeit vor allem beim Thema Flüchtlinge und Asyl zunehmend gruselig aus: als ob die furchtbare Handhabung seitens des Staates nicht Qual genug ist, werden mehr und mehr Bürger_innen aktiv und gehen an ihren Jägerzaun dem der Frontex anzugleichen. In Güstrow-Dettmannsdorf bspw. wurde vor kurzem ein Flugblatt verteilt, welches mit vermeintlichen “Fakten” Stimmung gegen ein geplantes Asylbewerberheim macht. Nicht unweit von Güstrow wird ein Asylbewerberheim in Wolgast eröffnet, das einer Panorama-Reportage zufolge bei den Anwohner_innen nur mäßig ankommt; um nicht zu sagen ihre blanke rassistische Menschenverachtung darbieten lässt. Ein Reporter der taz hat sich dort auch mal umgeschaut. Apropos taz, Hilal Sezgin fordert eine zweite Entnazifizierung - eine ernstzunehmende Erste würde ich zwar auch begrüßen, aber da will ich mich mal nicht so kleinlich haben.
  • Im rhetorischen und menschenfeindlichen Fahrwasser des über die Grenzen Berlins hinaus bekannten Bürgermeister von Neukölln Heinz Buschkowsky und seinen in Buchform gepressten rassistischen Ergüssen, stehen auch einige Vorkommnisse in und um Berlin. Am 9. Oktober kam es zu einem Anschlag auf das Flüchtlingslager in Waßmannsdorf. Für den selben Tag hatte die CDU Rudow zu einer Bürgersammlung mit dem Titel “Asylbewerberheim in Rudow?” geladen. Waßmannsdorf und Rudow sind ca. 6 bis 7 Kilometer entfernt. Ingefähr 200 Rudower_innen kamen zur Versammlung - unter ihnen ein örtlicher NPD-Kader. In Thüringen unterdessen gewährt der CDU-Landrat Reinhard Krebs (Wartburgkreis) der hiesigen NPD Zutritt ins Flüchtlingslager Gerstungen. Und was geht eigentlich bei Hans-Peter Friedrich?
  • Abschließend noch ein Blick auf öffentlich-rechtliche Perlen der rape culture: Die Jungdeppen Joko & Klaas fanden es hammerwitzig in ihrer ZDF-Sendung “neoParadise” einer Frau ungefragt an Brust & Hintern zu fassen und sich anschließend einerseits wie kleine Jungs andererseits wie erwachsene Macker zu freuen mit Sätzen wie “Gott, aber der war das auch so unangenehm. Die stand da wirklich und hat sich richtig entwürdigt gefühlt. Die fährt jetzt gleich nach Hause und dann wird die erst einmal schön heulen unter der Dusche, die steht dann sechs Stunden unter der Dusche” (O-Ton dank SZ). Wenige Tage später bietet Günther Jauch dem Ehepaar Kachelmann die breite Sonntagabendbühne um sich als Oberopfer zu gerieren. Mehr dazu beim sehr empfehlenswerten Blog “Fernseher kaputt” (leider wird mir aber auch dort nicht erklärt, warum Lady Gaga bei Julian Assange zum Essen war). Oh, Joko ist am 20.10. in der “Villa am Paradies” in Jena zu Gast, falls jemand das Bedürfnis hat ein paar Schellen auszuteilen.
Zum Ende wenigstens etwas Schönes…

Anhörenswert: 

Termine:

  • 23.10. - Jena: Jutta Schwerin liest aus ihrem Buch “Ricardas Tochter. Ein Leben zwischen Deutschland und Israel” - Schillers Gartenhaus, 19Uhr.
  • 18.10. - Leipzig: Laurie Penny liest aus & diskutiert über ihr(em) Buch “Fleischmarkt. Weibliche Körper im Kapitalismus” in der Frauenbibliothek Monaliesa Leipzig.
  • 07.11. - Leipzig: Jonas Engelmann & Alexander Pehlemann stellen das Buch ”We are ugly but we have the music - Eine ungewöhnliche Spurensuche in Sachen jüdischer Erfahrung und Subkultur ” vor. 20Uhr, Kulturny Dom (Bornaische Str. 31). Organisiert von der Buchhandlung drift.
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In der Frage des Antisemitismus habe ich wenig Lust, Erklärungen zu suchen, verspüre eine starke Neigung, mich meinen Affekten zu überlassen, und fühle mich in der ganzen unwissenschaftlichen Einstellung bestärkt, daß die Menschen so durchschnittlich und im großen ganzen doch elendes Gesindel sind.
Sigmund Freud: Brief an Arnold Zweig 1927, in: Ernst L. Freud (Hg.): Sigmund Freud - Arnold Zweig Briefwechsel, Frankfurt am Main 1969, S. 11.  (via diesebastionbehrisch)

(via xonethousandcriesx)

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  • “In Deutschland hat die übermäßige Toleranz gegenüber rechtsextremer Politik und Gewalt nicht nur wiederkehrende Konjunkturphasen, sondern auch eine lange Tradition.” sagt der Politologe und Buchautor Kien Nghi Ha im Interview mit migazin.de und meint, dass das “behördliche Versagen in der NSU-Mordserie auf einen verwurzelten Rassismus” hindeute (“Rassismus als tödliche Realität in Deutschland” via publikative.org).
  • Am Düsseldorfer Landgericht wird derzeit einem vielfach vorbestraften, 18-jährigen Neo-Nazi der Prozess gemacht, da er im März 2011 einen 59-jährigen vietnamesischen Flaschensammler zunächst in ‘dessen’ Obdachlosen-Unterkunft überfallen und ausgeraubt hatte sowie ihn anschließend aus Angst, dieser würde ihn anzeigen, ermordet hat. Erschreckend wie sich hier Motive aus Sozialchauvinismus und Rassismus kreuzen und der Täter die Strategie fährt aus Angst vor den Konsequenzen und nicht aus Hass getötet zu haben (via Dokumentationsarchiv).
  • Der Prozess um die Attacke einer Gruppe Nazis aus dem Umfeld der “Braunen Teufel Vogtland” am Amtsgericht Gera zieht sich unterdessen weiter hin: Nachwievor wird von keiner Seite am eigentlichen Tathergang und der Brutalität sowie den Motiven der Täter gezweifelt. Vielmehr versucht die Verteidigung der Angeklagten über Zweifel und Suggestion die Haltbarkeit der Wiedererkennung durch die Zeug_innen zu entkräften. Fortgesetzt wird der Prozess am 23. Januar 2012 (die OTZ zum letzten Verhandlungstag).
  • Das ist keine Ausländerfeindlichkeit, sondern europäisches Asylrecht.” - so die Berliner Zeitung in einem Artikel über einen homosexuellen Exil-Iraner und dessen Lebenssituation in Deutschland (via nichtidentisches).
  • In Berlin wurde ein Exil-Syrier verprügelt und vermutet Schergen des Assad-Regimes als Täter.
  • Stichwort Iran, Stichwort Syrien: wenigstens mich erstaunt es doch, dass die ‘junge Welt’ immer noch beschissener sein kann als sie ist - “Appell: Solidarität mit den Völkern Irans und Syriens”. Nachtrag: Die “traute Eintracht von Rinks und Lechts an der Seite von politisch korrekten Mördern” wird von “Letters from Rungholt” kommentiert, während es bei Reflexion einen ausführlichen Beitrag zum verlinkten Appell inkl. Bemerkungen zu den Unterzeichner_innen gibt.
  • Auf der Seite des “Institute for ethics & emerging technologies” stellt sich Hank Pellissier die Frage “What’s the point of the Egyptian Revolution if it doesn’t stop female genital mutilation?” (via wadi). Bei der Gelegenheit sei auch auf die Website muslimwomennews.com (auch bei Facebook) hingewiesen.
  • Rassismus ist, wenn man trotzdem lacht”: das Berliner Schlosspark-Theater ist die aktuell bekannteste Institution die unverblümt Alltagsrassismus auslebt indem sie sich nicht scheut auch im Jahr 2012 noch auf die alte Theatermaskerade des “Blackface” zurückzugreifen.
  • Menschenjagd in Dresden: Die Bundespolizei hat an Weihnachten in der Dresdner Südvorstadt einen Reisebus mit griechischem Kennzeichen angehalten und dessen Insassen kontrolliert, weil dieser so “unscheinbar blau lackiert” gewesen sei, aber eine “auffällige Fahrweise” zeigte. Dabei gelang es sechs der Insassen zu fliehen, um im Anschluss mittels Hubschraubereinsatz (“überall, überall Scheinasylanten”) gejagdt zu werden (via forsythia).
  • “Eine Zeitung in Nordbayern berichtete am 8. Dezember 2011 unter der Überschrift „Drahtzaun hält Müllsammler auf Abstand“ über die Errichtung eines Drahtzauns im Wert von 10.000 Euro durch die Lokalpolitik in Neunkirchen am Sand (Nordbayern) an der Zufahrt zu einer Deponie, die Gebrauchtwaren-Händler, die der Roma-Minderheit angehören, abhalten soll.” (via medium)
  • “In Budapest wurde über die Weihnachtstage mein Name auf dem Briefkasten mit einem Judenstern überklebt. Ich sagte es meinem Nachbarn. „Was geht mich das an?“, wehrte er ab, und fügte hinzu: „Der da, in der Wohnung neben dir, dem hätten sie es aufkleben sollen, der ist so einer. Vielleicht haben sie sich ja vertan.“” (via welt.de)
  • Karl Pfeifer hat in der jungle World mit Sándor Radnóti über die aktuelle Situation in Ungarn gesprochen.
  • “Wer nicht genießen kann, kann in aller Regel auch nicht denken.” - Stephan Grigat zum 80. Geburtstag Guy Debords im Standard.
  • Der z.B. dem mädchenblog gut bekannte, antifeministische und homophobe Troll “James T. Kirk” attestiert dem Blogger bei Gay West einen verdrängten Missbrauch in der Kindheit, weil: er als Mann eben Männer Frauen vorzieht.

Veranstaltungen:

  • 10. Januar: [EDIT: Entfällt wegen Krankheit] Barbara Duden spricht unter dem Titel “Geschichte unter der Haut” über “Körpergeschichtliche Perspektiven auf das frühe 18. und 21. Jahrhundert”. Jena, Rosensäle (Fürstengraben 27). 18Uhr.
  • 10. Januar: Film & Podiumsgespräch: Fritz Bauer - Tod auf Raten
    (R: Ilona Ziok; Deutschland 2010, 97 Minuten). Im Anschluss findet ein Podiumsgespräch mit Ilona Ziok (Regisseurin), Prof. Dr. Norbert Frei (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der FSU Jena) und Rüdiger Bender (Förderkreis Erinnerungsort Topf & Söhne e.V) statt. Die Moderation hat Dr. Martin Borowsky (DIG Erfurt). Erfurt, Erinnerungsort Topf&Söhne, Saal im 2. OG. 19Uhr.
  • 11. Januar: Peter Bierl übt “Kritik am Antispeziezismus”. Jena, Uni-Campus (Carl-Zeiss-Str. 3), Raum 206. 20Uhr.
  • 12. Januar: “Proletarität und Revolutionstheorie. Zu den Konstitutionsbedingungen und der Beschaffenheit revolutionärer Subjektivität.” - Standpunkt und Diskussion mit AG Gesellschaftskritik (Dresden) - Wer neulich in Weimar nicht genug bekommen konnte oder gar nicht erst dabei war, kann sich im Rahmen der “Bildungsreihe am Donnerstag” in Gera ein Bild machen. Gera, Sächsischer Bahnhof (Erfurtstr. 19/Nähe Bhf. Gera Süd). 19.30Uhr.
  • 12. Januar: Roger Behrens spricht im Rahmen der Reihe “Was tun? Zum Verhältnis von Theorie und Praxis” (in der neulich auch Birte Hewera über Jean Améry sprach) über “Posturbanismus als Lebensweise. Stadt, Raum, Praxis”. Mehr Informationen gibt es auf dem Blog der Veranstalterin Kritische Intervention. Halle, Melanchthonianum (Uniplatz). 18.30Uhr. (Hier und hier finden sich Audio-Beiträge mit Roger Behrens zum Themenfeld)
  • 13. Januar: Andreas Speit präsentiert das Buch “Mädelsache - Frauen in der Neonazi-Szene”, welches er gemeinsam mit Andrea Röpke veröffentlicht hat. Erfurt, Café DuckDich/E-Burg, Allerheiligenstr. 20/21. 19Uhr.
  • 19. Januar: Die Reihe “Kunst Spektakel Revolution” setzt sich mit einem Vortrag von Wolfgang Bock über “László Moholy-Nagy und die Rettung der Objekte durch Licht” fort. Weimar, ACC Galerie (Burgplatz 1). 20Uhr.
  • Das Bildungskollektiv Chemnitz lädt zur Auseinandersetzung mit Erwerbslosigkeit und prekären Lebenslagen in Chemnitz. Dabei soll es unter anderem am 21. & 22. Januar 2012 im AJZ um einen “emanzipativen Umgang mit Erwerbslosigkeit und Jobcenter” gehen.
  • 24. Januar: Magnus Klaue spricht unter der Überschrift “Hier stehe ich, ich kann nicht anders” über die “Wutbürgerproteste und der Umschlag von ethischer in praktische Gewalt”. Jena, Uni-Campus (Carl-Zeiss-Str. 3), Hörsaal 8. 19Uhr.
  • 27. Januar: Gunnar Schubert liest fast ein Jahr nach seinem ersten Besuch zum zweiten Mal aus seinem Buch “Die kollektive Unschuld. Wie der Dresden-Schwindel zum nationalen Opfermythos wurde” in Jena in der JG Stadtmitte. 20Uhr.
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Die Arbeit nieder! Luxus für alle! Eine Kritik des Arbeitsfetischismus

Vortrag von Dr. Stephan Grigat // 25. November 2011, Haskala Saalfeld

Der Papst verkündet, die Arbeit trage dazu bei, „Gott und den anderen näher zu sein.“ Bei der NPD firmiert „Arbeit“ noch vor „Familie“ und „Vaterland“ und linke Gruppen drohen ihren Gegnern in ihren abgehalfterten Demosprüchen an, sie „in die Produktion“ zu schicken und klammern sich an die Sklavenparole „Die Arbeit hoch!“ Statt für die Bedingungen der Möglichkeit individueller Freiheit und gesellschaftlicher Autonomie zu streiten, für eine Art produktiven Müßiggang, sucht man in der Schinderei der Arbeit Erfüllung – und findet sie womöglich auch noch.

Schon Hitler proklamierte in „Mein Kampf“ „den Sieg des Gedankens der schaffenden Arbeit, die selbst ewig antisemitisch war und antisemitisch sein wird.“ Wie ernst der Führer das gemeint hatte, konnte man später über den Toren der Vernichtungslager nachlesen. In der Huldigung des Prinzips der Arbeit finden rechts und links, sozialdemokratischer Etatismus und liberaler Verwertungswahn zueinander. Ob linke Globalisierungsgegner, christliche Sozialethiker oder faschistische Produktivitätsfanatiker: Helfershelfer bei der Rettung der Arbeit soll der Staat sein, der den zügellosen, nicht dingfest zu machenden Marktkräften den Betrug an der „ehrlichen Arbeit“ verunmöglichen soll: Kein Arbeitsfetischismus ohne Staatsfetischismus.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien und engagiert sich bei Café Critique (www.cafecritique.priv.at). Er ist Autor von „Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus“ (ça ira 2007) sowie Herausgeber von „Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus“ (ça ira 2006).

(source: Haskala)

Israel, der „arabische Frühling“ und das iranische Regime

Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat // 26.11.2011 Uni Jena (Carl-zeiss-Str. 3), HS 9 // 19 Uhr

„Da ist was los, da gehen wir hin und machen mit“. Auf diese einfache Formel lassen sich die Reaktionen von der FAZ bis zu linken Blättern in Deutschland zu den Aufständen in der arabischen Welt bringen, die bezeichnenderweise mit einer Selbstverbrennung in Tunesien ihren Anfang nahmen. Unumstritten ist bei Kommentatoren und Freunden kommender Aufstände, dass es sich bei den Massenprotesten in Tunesien, Ägypten usw. usf. um Revolutionen handele.

Sicher führten die Proteste zum Sturz repressiver Regime. Doch der Austausch politischer Machteliten als Resultat eines Kampfes rivalisierender Rackets um Ressourcen und Machtpositionen ist keinesfalls Anzeichen einer Revolution. Es stellt sich die Frage, ob der Sturz der bisherigen Herrscher tatsächlich zu einer radikalen Umwälzung der sozialen Verhältnisse führt und wenn ja, wie diese aussehen wird.

Bislang gibt es kaum Anzeichen dafür, dass es überhaupt das mehrheitliche Bedürfnis seitens der Aufständischen gibt, die Herrschaft von Tradition, Familie und islamischer Zurichtung, also die Sehnsucht nach der autoritär-repressiven Nestwärme, zu hinterfragen, um sich aus der „Blutsurenge“ (Marx) zu befreien.

Der Vortrag wird versuchen, eine Einschätzung der bisherigen Entwicklung zu geben und insbesondere die Bedeutung der Umwälzungen in den diversen arabischen Ländern für den Expansionsdrang des iranischen Regimes und für die prekäre Situation Israels darzustellen.

Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat, Lehrbeauftragter für Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Wien.

Grigat ist Mitherausgeber der Bücher
„Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ und „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung.“

(source: association pomme de terre)

“Islamischer Antisemitismus - Von Al Banna zu Ahmadinejad”

Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat // neue linke (Jakobstr. 22) Weimar // 19Uhr

„Es gibt nur eine Lösung für das Nahost-Problem: die Vernichtung und Zerstörung des jüdischen Staates.“ So tönt der oberste geistliche Führer des Iran, Ali Chamenei, dessen Bewunderer auch in Deutschland aktiv sind. Chamenei ist der starke Mann eines Regimes, dessen Präsident Ahmadinejad Israel wieder und wieder mit der Auslöschung droht, und das fieberhaft daran arbeitet, sich die technologischen Mittel zu beschaffen, um seine Vernichtungsdrohungen und –fantasien auch in die Tat umsetzen zu können. Doch der islamische Antisemitismus tritt nicht erst mit der Revolution im Iran im Jahre 1979 auf die Weltbühne. Der Vortrag wird die Entstehung und Entwicklung des modernen Islamismus skizzieren und ausgehend vom Gründer der ägyptischen Moslembrüder, Hassan Al Banna, versuchen zu klären, inwiefern der islamische Antisemitismus eine wahnhafte Reaktionsweise auf die kapitalistische Moderne darstellt. Der aktuelle Djihad gegen Israel soll ebenso beleuchtet werden wie die verlogenen Reaktionen auf ihn in Deutschland und Europa.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kampagne STOP THE BOMB (www.stopthebomb.net). Er ist Herausgeber von „Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus“ (ça ira 2006) und Mitherausgeber „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ (Studienverlag 2008).

overload-Ergänzung via antifa jena:

Einen Vortrag über den “arabischen Frühling” in Hinblick auf die Bedrohung Israels wird er am Sonntag um 17 Uhr (!) im Filler in Erfurt halten.

Schließlich kommt er zum Ende seiner “Thüringen-Tour” wieder nach Jena in die JG Stadtmitte. Dort wird er am Dienstag ein Referat mit dem Titel “100 Jahre Nahost-Konflikt. Ursachen und Perspektiven” halten. Dieser beginnt jedoch erst um 21 Uhr.

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heute gibt es ausschließlich Veranstaltungshinweise:

  • Im Rahmen der Ausstellung “Das hat’s bei uns nicht gegeben! - Antisemitismus in der DDR” sind für den 1. und 8. Juli die zwei letzten Workshops des “Pädagogischen Arbeitskreis gegen Antisemitismus” zum Thema “Antisemitismus und Verschwörungstheorien” geplant. Anmelden können sich Interessierte auf dem Blog.
  • Während die Ausstellung mittlerweile in die Carl-Zeiss-Str.3 (Jena) umgezogen ist wird am 5.Juli um 19Uhr der letzte begleitende Vortrag im Hörsaal 7 (ebendort) stattfinden. Zu Gast ist Dr. Martin Jander, der über Helmut Eschwege, einen “jüdischen Dissidenten und Historiker in der DDR” spricht. Alle Infos gibt es hier.
  • Polyphantasiatage 2011: Diese beginnen am 5.Juli mit dem Vortrag “Nonverbale Kommunikation und Geschlecht”, der von Lann Hornscheidt gehalten wird. Statt findet das im veto (Erfurt) und beginnt 20Uhr. Auch Heinz-Jürgen Voss wird wieder zur gesellschaftlichen Konstruktion des biologischen Geschlechts erzählen. Desweiteren soll es einen Workshop zur Kritik der Polyamory, Lesungen und anderes geben (der konkrete Veranstaltungsort steht noch nicht fest, also ab und an mal zum Biko klicken oder den wider die natur abonnieren). Und auch wieder dabei: der Polyphantasiaball. Am 8.Juli. Diesmal mit unter anderem: the blue screen of death. Yeah. Und: Lea Legrand. Yeah.
  • Am selben Abend an dem besagter Ball statt findet, also am 8. Juli, gibt es um 19Uhr einen Vortrag plus Diskussion unter dem Titel “Das Verhältnis von kritischer Theorie und Praxis- im Spannungsfeld von Ideologie, Organisation und Alltag”. Stattfinden wird das im Seminarraum 221 der Uni Jena (ebenfalls Carl-Zeiss-Str. 3). Spannungsfeld. Mehr oder weniger genauere Infos gibt es beim Biko.
  • Der angekündigte Vortrag von Justus Wertmüller wurde mehrmals verschoben. Inklusive Gewaltandrohungen, Beleidigungen und Schwanzvergleichen. Wer weiterhin interessiert ist sollte sich auf dem neuen Blog der “association pomme de terre” informieren.
  • “Israel-Tag”: am 7.Juli ist im Rahmen der sog. “Werkstatt” der JG Stadtmitte (Jena) ein “Israel-Tag”, hier gibt’s Infos.
  • Am 11.Juli sind Tu Fawning im Café Wagner (Jena).
  • Auswärts -> Berlin, 1.&2.Juli: Footloose Fest im ://about blank. Nur gut das.
  • Auswärts -> Gotha, 2.Juli: gegen:ohne:für:Gotha im Brühl 10. Dazu gibt es auch einen Beitrag mit dem Titel “Die Stadt als kritikfreier Raum. Gespräch über das Projekt DADO 5 in Gotha” von Radio Corax.
  • Auswärts -> Halle: Am 5.Juli wird Alex Gruber (Wien) unter dem Titel “Die Differenz als Souverän. Über die Unmöglichkeit poststrukturalistischer Staatskritik” einen Vortrag im Melanchthonianum (Universitätsplatz). Beginn: 18.30Uhr. Veranstalterin: AK Kritische Intervention.
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lizaswelt:

„Was muss denn passieren, ehe man bei Ihnen rausfliegt?“ – Christoph Heinemann interviewt Stefan Liebich, einen Bundestagsabgeordneten der Linkspartei, im Deutschlandfunk zum Antisemitismus in den Reihen der Linken (zum Manuskript des Beitrags geht es hier). Ein hierzulande selten gewordenes Beispiel für guten Journalismus, denn Heinemann lässt sich mit den kläglichen Ausflüchten und windelweichen Erklärungen Liebichs nicht abspeisen, sondern er setzt nach, insistiert und spitzt zu – wodurch der Parlamentarier immer tiefer im Morast seiner eigenen Scheinheiligkeit versinkt. Am Ende des Gesprächs ist deutlich geworden: Dass es in der Linkspartei Antisemitismus gibt (und zwar nicht zu knapp), leugnen nicht nur offene Israelfeinde wie Inge Höger und Norman Paech, sondern letztlich auch vermeintliche Israelfreunde wie Stefan Liebich (und Gregor Gysi).

20. Juni 2011

(via lalalaetc)

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Im Rahmen der neulich bereits nahegelegten Vortragsreihe “Das hat’s bei uns nicht gegeben! - Antisemitismus in der DDR”, die vom “Pädagogischen Arbeitskreis gegen Antisemitismus” organisiert wird, ist am kommenden Dienstag Karl Pfeifer zu Gast.

Ungarn auf dem Weg zur Autokratie?

Seit mehr als einem Jahr regiert in Ungarn eine Koalition aus dem nationalistischen und zum Teil völkischen „Ungarischen Bürgerbund“ (Fidesz) und der klerikalen „Christlich-Demokratischen Volkspartei“ (KDNP). Die Koalition, die über eine 2/3 Mehrheit im Parlament verfügt, hat im April 2011 die Verfassung geändert. In den Medien wird nicht nur über das neue skandalöse Medienrecht berichtet, sondern auch über die national-sozialistische „Bewegung für ein (besseres) rechteres Ungarn“ (Jobbik) und dem Unwesen der mit ihr verbundenen paramilitärischen Garden, das von der Regierung geduldet wird.

Wie konnte es soweit kommen? Was ändert sich in Ungarn? Wie gelangte Antisemitismus und Antiziganismus in regierungsnahe Medien? Welche Kräfte leisten Widerstand?


Karl Pfeifer lebt als Journalist und Autor in Wien, seine Beiträge erscheinen unter anderem in der Budapester Wochenzeitung Hetek, der Berliner Jungle World, der Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung und einer Reihe anderer Medien.

Dienstag, 14.06.2011, 19:00 Uhr
HS 7, Universitätscampus

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Der “Pädagogische Arbeitskreis gegen Antisemitismus” lädt ein: zunächst zur Ausstellungseröffnung “Das hat’s bei uns nicht gegeben! - Antisemitismus in der DDR” am Mittwoch, den 25. Mai 2011 um 18:00 Uhr im Aula-Foyer des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1/Jena).

Im Anschluss, um 19Uhr im Hörsaal 235, wird es den ersten in einer begleitenden Reihe von Vorträgen geben. Dr. Heike Radvan von der Amadeu Antonio Stiftung spricht zur Entstehungsgeshichte und Rezeption der Ausstellung.


weitere Termine der Vortragsreihe:

Donnerstag, 09. Juni 2011, 19:00 Uhr - SR 113, Universitätscampus:

Vortrag mit Dr. Thomas Haury, Soziologe: Die antisemitische Säuberungswelle 1952/53 in der DDR

Dienstag, 14. Juni 2011, 19:00 Uhr - HS 7, Universitätscampus:

Vortrag mit Karl Pfeifer, Journalist: Antisemitismus und Antiziganismus in Ungarn

Dienstag, 05. Juli 2011, 19:00 Uhr - HS7, Universitätscampus:

Vortrag mit Dr. Martin Jander, Historiker: Helmut Eschwege - Ein jüdischer Historiker in der DDR


alle Informationen finden sich auf dem Blog des “Pädagogischen Arbeitskreis gegen Antisemitismus”

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Auftauchen:

Anhören:

Ansehen:

  • Am 25. April 2011 verstarb Poly Styrene, Stimme und Aushängeschild von X-Ray Spex, an Brustkrebs. Hier gibt es den 38minütigen Film “Who is Poly Styrene?” (via typical grrrls).
  • “Deckname Dennis” - eine “halbdokumentarische Realsatire”, in der ein us-amerikanischer Geheimagent die “deutsche Mentalität” erfahren soll. Aus dem Jahr 1997. Ich hätte gerne ein Remake, Fortsetzung, irgendwas, das die aktuelle Lage einfangen möchte. Bei der Auktion sitzt übrigens mein Onkel knapp neben Dennis. Beängstigend. (Edit: Link zum vollständigen Film hin aktualisiert; bitte bemerken falls broken o.ä.)
  • Das einzige was ich von der “Re:publica 2011” mitbekommen habe ist Bashing und der Vortag von Dr. Gunter Dueck: “Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem” (via @blog_bleistift), der recht kurzweilig und daher eher zur Unterhaltung und zu anregenden Überlegungen eines potentiellen “Typ Z” dienlich ist.
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neology:

penismonolog:

real life youtube-comments <3

“bahn verspätet? - der jud’ hat schuld!”
On February 20, 2011 at 11:30pm

neology:

penismonolog:

real life youtube-comments <3

“bahn verspätet? - der jud’ hat schuld!”

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Ab heute spare ich auf ein Haifischbecken für Uwe Boll.

  • Stellungnahme zum geplanten Vortrag von Justus Wertmüller sowie zum “Verbot” durch den Stura (via “association pomme de terre”). Darin benannte C. Wlodarski-Simsek, das soll nur noch mal in Erinnerung gerufen werden, um evtl. zu kontextualisieren, war jahrelang ein relevanter Teil der Unique-Redaktion. Der Vortrag wird nun im Hörsaal 9 (Campus) statt finden.
  • “Ich bin argwöhnisch gegenüber jeder staatstragenden Metaphorik”: Michaela Melián im Gespräch mit Kerstin Stakemeier über “Memory Loops”, ihr virtuelles Denkmal für die Opfer des Nationalsozialism im Stadtraum München (via Texte zur Kunst)
  • Iran feiert 32. Jahrestag der islamischen Revolution… (der Standard)
  • “Auch Teheran twittert nach Kairo” - Interview mit Stephan Grigat im Tagesspiegel (via naipan)
  • “Churchill war wie Hitler!” bei Im Kopf Lokalisation.
  • “Ein Nazi namens Makss” über Makss Damage und seine politische Weltsicht bei Reflexion
  • “In der Nacht vom 07. auf den 08. Februar 2011 wurde das studentische Café Krähenfuß von Außen mit Parolen besprüht, unter anderem mit der Losung „No Zionism“. Die zwei Fenster des Krähenfußes wurden großflächig mit „No Racism“ und „No Zionism“ besprüht. Dabei wurde der Buchstabe „S“ jeweils in Form einer SS-Rune stilisiert. Außerdem wurde die Wand zwischen den Fenstern mit dem Slogan „end imperalism“ beschmiert. […] Wie das Referat für Antifaschismus mitteilt, reihen sich die Schmierereien in eine Anzahl in letzter Zeit an der Universität wieder vermehrt auftauchender antisemitischer Sprüche ein, die zumeist auf Toiletten oder in Vorlesungs- und Seminarräume gemalt wurden.” (via refrat.de/henriette ummel)

Hören:

Sehen:

Im Zuge des »Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus« ging Ende Januar noch einmal der sehr sehenswerte Beitrag “Holocaust - Die Lüge von den ahnungslosen Deutschen” des NDR-Formats “Panorama” vom Mai 2001 durch die Blogs und status updates (es kommt auch Henny Brenner zu Wort, deren Tagebuch-Einträge Teil des Audioscripts sind) - Stichwort: erschreckend aktuell.

In der vergangenen Woche wurde ein Beitrag zur Situation in Limbach-Oberfrohna gesendet: “”Sieg Heil” in der Provinz: Die Politik des Wegschauens”

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