Auf seine Bitte hin veröffentliche auch ich die Stellungnahme von Justus Geilhufe (“Referat gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” an der Uni Jena):

In den letzten Wochen ist im Campusradio und im Internet von meinem Rücktritt als Leiter des Referats gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit berichtet und auch über die dazugehörenden Umstände diskutiert worden. Ich möchte zur sachlichen Diskussion beitragen und ein paar Anmerkungen machen.

In der Debatte ist auch der Eindruck entstanden, ich stünde gewissen politischen Kategorien innerhalb der linken Szene nahe. Ich möchte klar sagen: Das ist nicht der Fall. Wir haben innerhalb des Referates den Austausch über bestimmte Themen geführt, wie es uns notwendig schien. Wir haben stets versucht abzuklären, wo es Differenzen in politischen Ansichten, Anliegen und Aktionen zu jeglichen gefestigten politischen Standpunkten gibt. Meinen eigenen politischen Standort habe ich stets versucht einfließen zu lassen in das, was das Referat im zurückliegenden Zeitraum an Aktionen gestaltet und verantwortet hat. Wir verstanden uns trotz eigenen Akzenten immer als eine Plattform, die die Möglichkeit der kritischen Selbstreflexion für alle zivilgesellschaftlichen Strukturen in Jena bieten wollte.
Meine Arbeit als Referent hatte das Ziel Bildungsarbeit gegen rechte Ideologie zu betreiben. Die kontroversen Debatten innerhalb des Referats haben wir immer versucht auch in eine öffentliche Auseinandersetzungen zu tragen.
In diesem Zusammenhang kam es auch zu einem Vortrag von J. Wertmüller. Eine Jenaer Gruppe hatte das Vorhaben, einen Vortrag mit ihm zu veranstalten und hatte das Referat um finanzielle Unterstützung gebeten. Dem wollten wir nach langen Diskussionen im Referat Raum geben, weil wir der Meinung waren, wir sollten – wie bei anderen Themen auch – diese Debatte öffentlich führen. Nach einer StuRa-Entscheidung hat das Referat den Vortrag nicht finanziell unterstützt. Der Vortrag fand dennoch statt. Die politischen Ansichten und der Stil Wertmüllers mit all seinen Rundumschlägen gegen alle Beteiligten haben mich, der ich als Gast anwesend war, befremdet. Das ich daraufhin in meiner Funktion als Referent nicht öffentlich interveniert habe, bedaure ich. Ich habe mich im Nachhinein öffentlich bei angegriffenen Einzelpersonen entschuldigt und bin dann in Konsequenz des ganzen Konflikts vom Amt des Referatsleiters zurückgetreten. Das ist mir merklich schwergefallen. Diese Konsequenz, die mir persönlich weh getan hat, hätte ich gerne vermieden.
Dass nunmehr Justus Wertmüller noch einmal eingeladen wird, ist nur als Provokation zu verstehen.
Ob diese zu einer sinngebenden politischen Diskussion beitragen kann, – um die es mir und uns gemeinsam gehen sollte – halte ich zumindest für ausgeschlossen.

Justus Geilhufe

(Zur Ergänzung: hier und da die Beiträge im Campusradio.)

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