Es gilt, zu hassen, um wieder lieben und fühlen zu können, es gilt, um sich selber und den anderen nicht mehr als Typus, sondern als völlig unverwechselbaren Menschen kennen zu lernen, die häßliche, oberflächliche Fratze dieser Gesellschaft zu hassen und zu durchbrechen. Der Haß, den ich meine, ist ein Haß gegenüber dem Inhumanen, der versteinerten Konvention, die Geschäftsessen und Beischlaf zu ein und derselben programmierbaren Tätigkeit werden lässt. All die widerlichen Gesichter auf der Straße leben das Gesicht, das ihnen in der jeweiligen Situation aufzusetzen anempfohlen, also befohlen wurde. Sie weichen dem Gespräch, der Echtheit aus, indem sie jedes Gespräch, also jede Person, mit der sie sprechen, einer bestimmten Situation, einer bestimmten, angelernten Art, sie zu meistern, einzuordnen wissen. Sie meistern Menschen, indem sie sprechen, bringen sie hinter sich, haken ab.

Martin Büsser: Hardcore ade…Eine Abrechnung (1992) (via hate).

selbst und analog zu nachzulesen in: “Music my boyfriend”, S. 29; Jonas Engelmann über das Buch (hier klicken).

On April 22, 2011 at 1:13pm
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