Langeweile ist Funktion des Lebens unterm Zwang zur Arbeit und zur Arbeitsteilung. Sie müsste nicht sein. Wann immer das Verhalten in der freien Zeit wahrhaft autonom von freien Menschen für sich selbst bestimmt ist, stellt Langeweile schwerlich sich ein. Dort eben so wenig, wo sie ihrem Glücksverlangen ohne Versagung folgen, wie dort, wo ihre Tätigkeit in der freien Zeit selbst vernünftig als ein an-sich Sinnvolles ist. Noch blödeln braucht nicht stumpf zu sein, kann selig als Dispens von den Selbstkontrollen genossen werden. Vermöchten die Menschen über sich und ihr Leben zu entscheiden, wären sie nicht ins Immergleiche eingespannt, so müssten sie sich nicht langweilen. Langeweile ist der Reflex auf die objektive Immergleichheit.
On June 29, 2012 at 10:26am
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