Noch einmal “we’ll be back shortly” und ich platze; meanwhile in real life:

  • Nachdem Hans Püschel, Mitglied der SPD und so auch unbedeutender Bürgermeister aus der Pampa in Sachsen-Anhalt, mal einen NPD-Parteitag näher anschauen wollte, sympathisiert er nun mit ebendieser: “Beinahe wie auf einem SPD-Parteitag.”
  • Unterdessen in Erfurt: Während das “Weimarer Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus”, laut der wie immer erschreckend aktuellen No-Go-Area-Deutschland-Chronik von konkret, die vor kurzem bemerkte Werbung der aktuell auf dem ehemaligen Gelände der Firma “Topf & Söhne” Gewerbetreibenden kritisiert, stellt sich der För­der­kreis Topf&Söhne e.V. hinter die “Beschuldigten”, sie seien an den “Pranger” gestellt worden, die armen kleinen Gewerbetreibenden…
  • Sowohl in Erfurt als auch in Weimar geht das Ordnen der Ordnung weiter: “Nach einem An­trag der Er­furt Frei­en Wäh­ler und der FDP im Stadt­rat sol­len die Maß­nah­men gegen Graf­fi­ti ver­schärft wer­den. Unter an­de­rem soll ein On­line „Graf­fi­ti-​Ka­tas­ter“ ent­ste­hen und das Mit­füh­ren von Graf­fi­ti­ge­gen­stän­den in der Zeit von 21.​00 Uhr bis 6.​00 Uhr ver­bo­ten wer­den.” (via Sabotnik). Diese Bestrebungen treffen auch bereits in Weimar auf offene Ohren und sollen ggf. thüringenweit umgesetzt werden (via abkühlung).
  • Leider wenig überraschend waren die rassistischen Kontrollen seitens der Polizei am Abend/der Nacht des 20. November, als im Predigerkeller/Erfurt die “lebhaft”-Abschlussveranstaltung stattfand. Ganz klar: da geht es um Migrant_innen, da kommen Migrant_innen hin und weil es Migrant_innen sind, haben sie vermutlich kein Recht hier zu sein oder sind zu [Platzhalter] um sich einen Urlaubsschein zu besorgen. “Pas­san­ten im Bahn­hof kom­men­tier­ten die Kon­trol­len des Wo­chen­en­des als eine Folge der „Ter­ror-​“Pa­nik­ma­che des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums und der Me­di­en. Das ein­zi­ge, was die jüngs­ten Schi­ka­nen aber von frü­he­ren un­ter­schied, war die ge­stei­ger­te Zahl an Be­am­ten und die schwe­re Be­waff­nung.” (via Sabotnik)
  • Meanwhile in Korea: mein aktueller Lieblingstumblr - Kim Jong-Il looking at things.
  • Da haben die Stadthüter_innen von Limbach-Oberfrohna aber Glück, dass es kurz nach dem Brandanschlag auf das Haus der „Sozialen und politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.“, viel wichtigere diskurshohe Themen in Dtl. gibt (Terror, Weihnachten, etc.): Da blieb das Problem mit dem “schlechten Ruf” aus, denn ähnlich wie in Mügeln, Freiberg, et al. begnügte sich der Bürgermeister auch in diesem Fall mit dem Vorgehen des Aussitzens und “Nichts-Aufbauschen” aus Sorge um das Ansehen der Stadt (es geht hier um, es muss nochmal betont werden, Limbach-Oberfrohna; den meistens vermutlich höchstens von Ausfahrtsschildern an der A4 bekannt - welches Ansehen also?). Es scheint als wären sich die Oberhäupter sehr im Klaren darüber, dass die Strukturen vor Ort ein besonders freiheitlich-demokratisches Esprit versprühen, immerhin ist dort die NPD Bestandteil der “Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt”. Wenn das aber nur alles wäre… ein Jungle World Artikel vom Januar 2010 thematisiert die Aktivitäten der Szene.
  • Meanwhile in Hungary: Nachdem vor einigen Wochen vielerorts auf eine leider nur in ungarischer Sprache lesbare (Google Translator?) Petition zur Unterstützung linker und liberaler Wissenschaftler_innen und die beängstigenden Entwicklungen drumherum verwiesen wurde, musste eine Tagung, die an der Frankfurter Uni den Rechtsruck in Ungarn thematisieren wollte, nach Morddrohungen abgesagt werden.
  • Komische Zustände auch in Berlin: Dort fand neulich eine Konferenz mit dem Titel “Geschlecht als Wissenskategorie” statt. Auf dieser referierte auch die Dozentin  Jasbir Puar, bisher bekannt für den begriff “Homonationalismus”, von der Rutger Uni/New Jersey. Der Titel ihres Beitrags ist so irreführend wie dämlich: “Beware Israeli Pinkwashing” (Pinkwashing bei UrbanDictionary). Runtergebrochen ging es um die ‘hinterlistige Homophilie’ Israels (irre). “Gay West” hat sowohl einen Gastbeitrag (polemic content), als auch einen auf Alan Posener bezogenen Beitrag verfasst. Der weiter gefasste Artikel von Posener in der WELT findet sich hier.
  • New Jersey als Stichwort für die letzte “Übrigens”-Meldung: Rapid Cities trennen sich. Da hatte derjenige möglicherweise recht, der neulich mutmaßte, dass Jena doch ein recht abschreckender Anblick für Bands sein muss (abgesehen von Turbostaat und Tocotronic, die immer und immer wieder kommen, ggf. ist das aber eine Form Selbstgeißelung). Andere Bands, vgl. vom segeln (anhören!) und peters. (anhören!), hat ja bereits die bloße Aussicht abgeschreckt und zur Trennung bewegt (Arbeitsthese). Derweil gibt es von Teilen von Rapid Cities einen Beitrag (Beta Male John Wayne oder so) auf der Sammlung “Please Don’t Hang Out In Front Of The House” - eine Initiative um Konzerte in Garagen, Kellern o.ä. zu unterstützen. Könnte man sich im Inselplatz mal als Ideengeberin nehmen.

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