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In „Momo“ herrscht eine zutiefst deutsche Vorstellung von Arbeit vor, die um ihrer selbst Willen betrieben wird, was die Momo-Italiener auf intensive Suche nach dem Sinn ihrer täglichen Plackerei gehen lässt. Arbeit erscheint in Momos Gemeinschaft nicht als von den Verhältnissen aufgezwungene Notwendigkeit, um die eigene körperliche Existenz zu sichern, sondern als identitätsstiftend für die Einzelnen. Diese haben sich nach Endes Vorstellungen ruhig und fügsam ins gesellschaftliche Ganze einzupassen und aus ihren miesen und unterbezahlten Jobs gefälligst Sinn und Freude zu ziehen. Sie dürfen, als Belohnung dafür, dass sie die Verhältnisse nicht in Frage stellen, auch mal etwas langsamer und gemächlicher vor sich hin werkeln. Sinnbild dieses Arbeitsethos ist die Figur des Straßenkehrers. Beppo, der „seine Arbeit gern und gründlich“ tat und „wusste“, dass „es […] eine sehr notwendige Arbeit“ war, bringt Endes Vorstellungen folgendermaßen auf den Punkt: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken […]. Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. […] Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.
On December 29, 2011 at 10:53am
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