March 2012
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Kleiner Werbebreak. Vielleicht erinnert sich ja die eine oder der andere an folgende Künstler_innen oder ihre Konzerte, deren Gastgeberin ich damals nur allzu gern war. Ich empfehle ein Hingehen explizit.
i.
8. März. Leipzig. UT Connewitz. The Dropout Patrol. Was als Ein-Frau-Projekt in persona Jana von Petethepiratesquid und Ex Best Friends begann, ist mittlerweile zur Band angewachsen (ausgewiesenes Personal von den ehemaligen Kids Explode ist zum Beispiel dabei) und super wie eh und je. Sie stellen im Übrigen das Vorprogramm zu Damien Jurado.
ii.
16. März. Jena. Café Wagner. Jagoda. Damals sprangen die Herren und Monotekktoni für das geplante Konzert von peters. (die haben “auffallen durch umfallen” einfach noch ernst genommen) ein, die sich leider kurz vorher trennten. Leider ist Monotekktoni anscheinend nicht mehr dabei. Dafür gibt es einen anderen Grund (wenigstens zur “Aftershow”) zu kommen: Schmerzbrot & Bubi Zitrone. Exzellente Experimente/Punk/Post-Post/die Reime der anderen für Dinosaurier & Astronaut_innen. Die Kids lieben es. Wenn “witch house” und “dream pop” noch angesagt ist, gibt’s das vielleicht auch. Wild combination. Kommt zahlreich, ich brauch’ das Geld (we are all prostitutes). Traurig aber wahr.
iii.
31. März. Leipzig. Zoro. Des Ark + Sissters + Polite Sleeper. ♥. Srsly. Einziges Problem: gleichzeitig findet das sog. “Doom over Leipzig” mit bspw. Mount Eerie, Scraps of Tape und Celeste statt. Für wen das insgesamt kein Grund ist mittelgroße Reisen zu machen, könnte auch am 3. April in Jena (Café Wagner) wenigstens Polite Sleeper sehen.
“Es ist schon wichtig, wie und wo einem etwas passiert, nicht nur, was einem passiert. Sogar der Tod.”
Ruth Klüger (“weiter leben”)
Das wie, welches am 1. Juni 2011 zum Tod von André K. geführt hat, lässt sich in seiner theoretischen Dimension ekelhafterweise mit dem zuletzt zitierten Satz von Wolfgang Pohrt prägnant umreißen: “Eine die Zeiten überdauernde Eigenschaft der Deutschen scheint es zu sein, daß Schwäche nicht ihr Mitleid weckt oder sie wenigstens gleichgültig läßt, sondern ihren Verfolgungseifer reizt. […] jedenfalls können sie keinen am Boden liegen sehen, ohne nach ihm treten zu wollen”. Dieses wie des Totschlags an André K. artikulierte wie kaum etwas anderes eine Grundbefindlichkeit (ost)deutscher Provenienz und lässt das manifeste Ausmaß dessen - dass einer der Täter Mitglied der “Jungen Nationaldemokraten” (JN) ist/war - fast obsolet erscheinen. Aber von vorne.
Am Abend des 26. Mai 2011 wurde in der nordsächsischen Kleinstadt Oschatz der “Wohnungslose” André K. von fünf Männern im Alter zwischen 16 und 36 attackiert. Er lag zum Zeitpunkt des Angriffs auf dem Fußboden einer kargen Wartehalle ohne Bank am Oschatzer Südbahnhof. Die Männer traten auf ihn ein bis er regungslos, aber noch röchelnd in seiner eigenen Blutlache liegen blieb. Ein weiterer Mann, der mit den Angreifern befreundet ist, stand schaulustig daneben. Wenige Tage später verstarb das Opfer an den Folgen des Übergriffs.
Ein Bekannter hat sein erstes Buch “Ich kann nicht mehr” betitelt. Ich komme zu nichts, ich höre nur noch an (und selbst das in einem Gestus der sich naheliegender wie folgt formulieren ließe “ich höre nur noch ab”). Die Meldungen:
Anhörenswert:
- schleusen #21 - Oliver Schott und Magnus Klaue diskutieren über Liebe, Beziehung und Polyamorie.
- Ulrich Bröckling: “Kreativität als Ideologie” (via abenteuer & freiheit)
- Das Vortragsprogramm Herbst/Winter 2011/12 des isf-“jour fixe” ist nun teilweise um Audio-Mitschnitte ergänzt worden.
- Hörspiel “Egzon” - Sohn einer in den Kosovo “rückgeführten” Familie - von Björn Bicker, gesprochen von Julia Jentzsch.
Radio (ich entdeckte kürzlich die Seite hoerspieltipps.net und gebe ihr einen Versuch):
- Am 02. März läuft gegen 21.03Uhr auf Bayern2 das Hörspiel “Gott in der Falle” von Jens Rachut (Ich dachte es hieße “Die Falle Gott”, aber sei’s drum. Das Hörspiel “Der Seuchenprinz” empfahl ich ja bereits.).
- 11. März, 14.05Uhr, hr2: “Schlaf” von Haruki Murakami (NDR 2002, 53min.)
- 17. März, 15.05Uhr, WDR3: “Gehen” von Thomas Bernhard (RB 2011, 53min.).
- 18. März, 18.30Uhr, DRadio Kultur : “Der Mann schläft” von Sibylle Berg (NDR 2010, 85min.).
- 26. März, 23.05Uhr, WDR3: “Lager ohne Grenzen” von Christoph Schlingensief (WDR/DLF 1999, 34min.).
- 30. März, 21.03Uhr, Bayern2: “Orphée mechanique” von Felix Kubin (“Demo Dandies”; BR 2006/2012, 60min.).
Veranstaltungen:
- 9. März. Leipzig. Die “outside the box” lädt zur Benefizdisko. Conne Island (Koburger Str. 3). 23Uhr.
- 13. März. Chemnitz. Im Lesecafé “Nachschlag” (im Kompott) gibt es eine Bertolt Brecht “Lesung mit Musik in vier Kapiteln”. Diese Kapitel werden dabei die folgenden sein: “Das soziale Gewissen, Den Krieg haben die Menschen gemacht, Das eingreifende Denken, Der Kommunismus ist das Mittlere”. Kompott (Leipziger Str. 3-5). 20Uhr.
- 14. März. Erfurt. Lars Quadfasel äußerst sich “zur Kritik der positivistischen Religionskritik”. Radio FREI (Gotthardtstr. 21). 19Uhr. (Das erinnert mich daran, dass damals als der Papst in Erfurt medien- und mobwirksam von meinem Geburtstag abgelenkt hat, die ortsansässigen “Falken” einen guten Text zum ganzen Religionsspektakel veröffentlicht haben; bei Interesse könnte ich den mal einscannen oder ihr fragt bei den Falken selbst nach.)
- 16. März. Erfurt. Andrea Trumann & Rebecca Maskos: “Bürgerliche Kleinfamilie - bitte pflegeleicht, vorzeigbar und nicht behindert”. Ort noch unbenannt”. 19Uhr.
- 13./14. April. Weimar. Die Reihe “Kunst Spektakel Revolution” lädt zum Lektüre-Wochenende zur “Gesellschaft des Spektakels” von Guy Debord. Mehr Infos gibt’s hier.