Stephan Grigat Overload
Die Arbeit nieder! Luxus für alle! Eine Kritik des Arbeitsfetischismus
Vortrag von Dr. Stephan Grigat // 25. November 2011, Haskala Saalfeld
Der Papst verkündet, die Arbeit trage dazu bei, „Gott und den anderen näher zu sein.“ Bei der NPD firmiert „Arbeit“ noch vor „Familie“ und „Vaterland“ und linke Gruppen drohen ihren Gegnern in ihren abgehalfterten Demosprüchen an, sie „in die Produktion“ zu schicken und klammern sich an die Sklavenparole „Die Arbeit hoch!“ Statt für die Bedingungen der Möglichkeit individueller Freiheit und gesellschaftlicher Autonomie zu streiten, für eine Art produktiven Müßiggang, sucht man in der Schinderei der Arbeit Erfüllung – und findet sie womöglich auch noch.
Schon Hitler proklamierte in „Mein Kampf“ „den Sieg des Gedankens der schaffenden Arbeit, die selbst ewig antisemitisch war und antisemitisch sein wird.“ Wie ernst der Führer das gemeint hatte, konnte man später über den Toren der Vernichtungslager nachlesen. In der Huldigung des Prinzips der Arbeit finden rechts und links, sozialdemokratischer Etatismus und liberaler Verwertungswahn zueinander. Ob linke Globalisierungsgegner, christliche Sozialethiker oder faschistische Produktivitätsfanatiker: Helfershelfer bei der Rettung der Arbeit soll der Staat sein, der den zügellosen, nicht dingfest zu machenden Marktkräften den Betrug an der „ehrlichen Arbeit“ verunmöglichen soll: Kein Arbeitsfetischismus ohne Staatsfetischismus.
Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien und engagiert sich bei Café Critique (www.cafecritique.priv.at). Er ist Autor von „Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus“ (ça ira 2007) sowie Herausgeber von „Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus“ (ça ira 2006).
(source: Haskala)
Israel, der „arabische Frühling“ und das iranische Regime
Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat // 26.11.2011 Uni Jena (Carl-zeiss-Str. 3), HS 9 // 19 Uhr
„Da ist was los, da gehen wir hin und machen mit“. Auf diese einfache Formel lassen sich die Reaktionen von der FAZ bis zu linken Blättern in Deutschland zu den Aufständen in der arabischen Welt bringen, die bezeichnenderweise mit einer Selbstverbrennung in Tunesien ihren Anfang nahmen. Unumstritten ist bei Kommentatoren und Freunden kommender Aufstände, dass es sich bei den Massenprotesten in Tunesien, Ägypten usw. usf. um Revolutionen handele.
Sicher führten die Proteste zum Sturz repressiver Regime. Doch der Austausch politischer Machteliten als Resultat eines Kampfes rivalisierender Rackets um Ressourcen und Machtpositionen ist keinesfalls Anzeichen einer Revolution. Es stellt sich die Frage, ob der Sturz der bisherigen Herrscher tatsächlich zu einer radikalen Umwälzung der sozialen Verhältnisse führt und wenn ja, wie diese aussehen wird.
Bislang gibt es kaum Anzeichen dafür, dass es überhaupt das mehrheitliche Bedürfnis seitens der Aufständischen gibt, die Herrschaft von Tradition, Familie und islamischer Zurichtung, also die Sehnsucht nach der autoritär-repressiven Nestwärme, zu hinterfragen, um sich aus der „Blutsurenge“ (Marx) zu befreien.
Der Vortrag wird versuchen, eine Einschätzung der bisherigen Entwicklung zu geben und insbesondere die Bedeutung der Umwälzungen in den diversen arabischen Ländern für den Expansionsdrang des iranischen Regimes und für die prekäre Situation Israels darzustellen.
Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat, Lehrbeauftragter für Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Wien.
Grigat ist Mitherausgeber der Bücher
„Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ und „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung.“
(source: association pomme de terre)
“Islamischer Antisemitismus - Von Al Banna zu Ahmadinejad”
Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat // neue linke (Jakobstr. 22) Weimar // 19Uhr
„Es gibt nur eine Lösung für das Nahost-Problem: die Vernichtung und Zerstörung des jüdischen Staates.“ So tönt der oberste geistliche Führer des Iran, Ali Chamenei, dessen Bewunderer auch in Deutschland aktiv sind. Chamenei ist der starke Mann eines Regimes, dessen Präsident Ahmadinejad Israel wieder und wieder mit der Auslöschung droht, und das fieberhaft daran arbeitet, sich die technologischen Mittel zu beschaffen, um seine Vernichtungsdrohungen und –fantasien auch in die Tat umsetzen zu können. Doch der islamische Antisemitismus tritt nicht erst mit der Revolution im Iran im Jahre 1979 auf die Weltbühne. Der Vortrag wird die Entstehung und Entwicklung des modernen Islamismus skizzieren und ausgehend vom Gründer der ägyptischen Moslembrüder, Hassan Al Banna, versuchen zu klären, inwiefern der islamische Antisemitismus eine wahnhafte Reaktionsweise auf die kapitalistische Moderne darstellt. Der aktuelle Djihad gegen Israel soll ebenso beleuchtet werden wie die verlogenen Reaktionen auf ihn in Deutschland und Europa.
Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kampagne STOP THE BOMB (www.stopthebomb.net). Er ist Herausgeber von „Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus“ (ça ira 2006) und Mitherausgeber „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ (Studienverlag 2008).
overload-Ergänzung via antifa jena:
Einen Vortrag über den “arabischen Frühling” in Hinblick auf die Bedrohung Israels wird er am Sonntag um 17 Uhr (!) im Filler in Erfurt halten.
Schließlich kommt er zum Ende seiner “Thüringen-Tour” wieder nach Jena in die JG Stadtmitte. Dort wird er am Dienstag ein Referat mit dem Titel “100 Jahre Nahost-Konflikt. Ursachen und Perspektiven” halten. Dieser beginnt jedoch erst um 21 Uhr.